Karl-Wilhelm Stahl – Ein Flecker Original wird 90

Am 22. Mai 2026 feiert ein Flecker Original seinen 90. Geburtstag: Karl-Wilhelm Stahl – er kämpft zwar seit einiger Zeit mit gesundheitlichen Einschränkungen und ist nicht mehr so gut zu Fuß, doch seine Leidenschaft für die Geschichte Freudenbergs ist ihm bis ins hohe Alter erhalten geblieben.

Als 1956 bei Grabungen im Gambachtal die Reste eines freistehenden Schmelzofens entdeckt wurden, war sein Interesse für frühgeschichtliche Funde geweckt. Folgerichtig verfasste „KW“, wie er oft genannt wird, viele Jahre später, 2006, für die große Freudenberg-Chronik von Bernd Steinseifer das Kapitel über die Vor- und Frühgeschichte sowie die Bodenfunde.

Das Thema hatte ihn nicht losgelassen, was auch die Stadt Freudenberg bewog, ihn 1981 angesichts seines fundierten Wissens zu ihrem ehrenamtlichen Bodendenkmalpfleger zu ernennen. Über Jahre sammelte er vor Ort überdies Funde, so auch Wandscherben, die Experten der Bodendenkmalpflege (Westfälisches Amt für Archäologie, Außenstelle Olpe) de m 7. Jahrhundert, also der Merowinger-Zeit, zuordnen.

Immer wieder widmete er sich mit Artikel in der Heimatzeitschrift „Freudenberg im Zeitgeschehen“ historischen Themen und zeitgeschichtlichen Beobachtungen.

Seit vielen Jahrzehnten fühlt sich Karl-Wilhelm Stahl dem Freudenberger Heimat- und Verschönerungsverein verbunden, 2014 zählt er zu den Gründungsmitgliedern des 4Fachwerk-Museums-Vereins.

Im früheren Stadtmuseum traf er oft mit dessen damaligen Leiter Martin Stücher oder Stadtarchivar Detlef Köppen zusammen, um sich über neue Forschungsergebnisse auszutauschen oder mit seinen persönlichen Erkenntnissen Hinweise zu geben. Bei vielen regionalgeschichtlichen Themen, die durchaus kontrovers bewertet werden, gehört er zu den eifrigen Mit-Diskutierenden. 2011 ehrte ihn die Arbeitsgemeinschaft Freudenberger Heimatvereine mit der Verleihung ihrer Ehrennadel.

Karl-Wilhelm Stahl verbrachte seine beruflichen Jahre als Schuhmacher im Alten Flecken. Die bekannte Schuhmacherei Stahl fand ihren Ursprung 1929 in der Poststraße 10, eine Schuhhandlung eröffnete die Familie 1935 im jetzigen Wohnhaus von K.W. Stahl in der Oranienstrasse 27.

Bei einem Blick auf das Leben des Jubilars darf sein Enthusiasmus für die Bienenzucht nicht vergessen werden. Führte ihn doch früher sein Weg täglich in das eigene Bienenhaus in der Gambach. Über Jahrzehnte stand Karl-Wilhelm Stahl zudem an der Spitze des Freudenberger Imkervereins, dessen Wurzeln sich nach einem Artikel in den „Dillenburger Intelligenz Nachrichten“ bis 1776 zurückverfolgen lassen. Dort berichtet „Bienenverwalter Tillmann Siebel“ am 18. Oktober über die „hiesige Bienen-Gesellschaft“.

Interessen an Geschichte, Natur und Heimat sowie die Freude am Reisen, früher besonders mit dem Motorrad, prägen Karl-Wilhelm Stahls ereignisreiches Leben. Ihm gelten herzliche Glück- und Segenswünsche.