Alle Beiträge von Christian Berner

4Fachwerk bietet wieder Adventskalender an

Motiv: Tief verschneite Oranienstraße im Alten Flecken

Wer weiß, welche Möglichkeiten in Corona-Zeiten bestehen, die üblichen Reisen zu Bekannten oder Verwandten vor Weihnachten zu unternehmen? Aber einen ganz besonderen und lieben Gruß an Freunde in Nah und Fern zur Adventszeit zu versenden, besteht auf jeden Fall. „Wir freuen uns, dass wir dazu wieder den 4Fachwerk-Schokoladenkalender anbieten können,“ so Vereinsvorsitzender Dieter Siebel. Der Kalender dürfte wieder gut dazu beitragen, die Wartezeit bis zum Weihnachtsfest zu verkürzen und für Vorfreude zu sorgen. Er zeigt im Hochformat eine Aufnahme der tief verschneiden Oranienstraße im Alten Flecken.

Also, der Kalender eignet sich als Geschenk, kann aber auch für jeden selbst ein kleines Stück Glück und tägliche Aufmerksamkeit für das herannahenden Weihnachtsfest bedeuten.

Der Kalender ist zum Preis von 7,50 Euro im 4Fachwerk-Mittendrin-Museum (Mittelstraße 4-6) erhältlich, aber auch bei Bücher-Flender in der Färberstraße. Das Museum ist mittwochs, samstags und sonntags von 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr geöffnet.


Der Kalender erfüllt darüber hinaus erneut einen guten Zweck. Ein kleiner Überschuss unterstützt die ehrenamtliche Arbeit des Museumsvereins.

F. Berndkaster-Ausstellung im 4Fachwerk-Museum eröffnet

„Jetzt haben Sie aber alles aus mir herausgequetscht“, schmunzelte F. Berndkaster. 4Fachwerk-Vize-Vorsitzende Dr. Ingrid Leopold hatte mit ihm ein Interview zur Eröffnung seiner aktuellen Freudenberger Ausstellung geführt. Auch Corona verändert die Kunst: Keine öffentliche Vernissage konnte zur Eröffnung stattfinden, nur wenige Gäste weit auseinander mit Mund-Nasen-Schutz sitzend verfolgten das kleine, aber sehr informative Gespräch. Die außergewöhnliche künstlerische Begabung von F. Berndkaster wurde schon in seiner Jugend deutlich. „Ein wesentlicher Augenblick war, als ich in einem Lexikon meiner Eltern prägnante Gesichter sah, die ich nachzeichnete,“ erläuterte der in Kirchen lebende Künstler. So entstand von ihm im zehnten Lebensjahr ein erstes Portrait von Johannes Gutenberg. Mit seinen kleinen treffenden Karikaturen beeindruckte er seine Mitschüler und ärgerte oft zugleich seine Lehrer. Die „Zeichnerei“ war also sein Metier, mit 19 Jahren wendet er sich der Ölmalerei zu. „Ein schwieriger Stoff, der sich nicht so leicht bindet wie Acryl.“

Nach seinem Abitur folgen Studien an den Universitäten Siegen und Bonn in den Fächern Germanistik, Geschichte und evangelischer Theologie, berufliche Tätigkeiten als Journalist und Pädagoge schließen sich an. Aber die Kunst begleitet fortwährend F. Berndkasters Leben. Kontinuierlich, autodidaktisch verfeinert er seine Darstellungskunst, erweitert sein Themenspektrum, bestückt Ausstellungen und erstellt prägnante künstlerische Auftragsarbeiten zur Ausstattung eines Gebäudes im Düsseldorfer Medienhafen (1999). Dadurch inspiriert entsteht seine Werkreihe „Alte und neue Welt“ mit Stempel- und Spachteltechnik.

Vielfach sind es theologische Themen, die F. Berndkaster mit großer Phantasie auf seinen Blättern umsetzt. Den Religionsphilosophen Martin Buber porträtiert er und illustriert ebenso dessen Auswahl chassidische Geschichten in dem Werk „Das kleine Buch vom großen Rabbi“.

4Fachwerk-Vorsitzender Dieter Siebel zeigte sich fasziniert, wie in den Werken F. Berndkasters der christlich-jüdische Dialog einen so wirkungsstarken bildhaften Ausdruck erhält. Davon können sich nun Besucher selbst einen Eindruck vermitteln. Die Ausstellung ist bis zum 22. November geöffnet.

In dem Einführungsdialog mit F. Berndkaster blieb eine Frage allerdings unbeantwortet. Sie hatte Dr. Ingrid Leopold auch nicht gestellt: „Wie kommt es eigentlich zu dem Künstlernamen F. Berndkaster?“ Also, die Neugierde der Kunstbetrachter wird erhalten bleiben.

F. Berndkaster-Ausstellung in Freudenberg

Portraits, weltliche und sakrale Motive farbenprächtig dargestellt

Kunst ist seine Leidenschaft. Von Jugend an. Die Rede ist von dem in Kirchen lebenden Künstler F. Berndkaster. Weltliche und sakrale Motive sowie Portraits aus seiner Hand werden jetzt im 4Fachwerk-Mittendrin-Museum in Freudenberg gezeigt. Die Ausstellung „Farbenprächtige Kompositionen“ beginnt am 10. Oktober und dauert bis zum 22. November 2020.

F. Berndkaster, 1958 in Ehrenbreitstein geboren, erlebte seit 1968 seine Jugendzeit in Kirchen. Bereits mit zwölf Jahren begann er berühmte Köpfe abzuzeichnen, schon zu Schulzeiten konnte er mit seinen kleinen Karikaturen begeistern. Gesichter mit starken, charakteristischen Zügen faszinieren ihn. „Die Macht eines Stiftes einmal kennengelernt, ließ ich diesen nicht mehr los,“ bekennt Berndkaster. Seine Eltern unterstützten ihn bei seinen zeichnerischen Ambitionen. „Sie waren meine ersten wichtige Kritiker.“

Nach seinem Abitur studiert Berndkaster in Bonn und Siegen Germanistik, ev. Theologie und Geschichte. Dem kreativen Schaffen fühlt er sich fortwährend zugeneigt. Er erlebt die Erfahrung von Otto Dix „Kunst kommt nicht von Können, sondern von müssen“. Berndkaster, es ist sein Künstlername, arbeitete sowohl als Maler, Zeichner und Grafiker, im weiteren Sinne auch als Bildhauer wie als Buchautor mit dem Schwerpunkt Lyrik.
Die Freusburger Mühle ist 1998 der Ort seiner ersten Ausstellung. Seine Arbeiten entstehen intuitiv u.a. mit Öl, Acryl, Pastellkreide oder Kohle. „Was mich drängt, male ich,“ erläutert er. An einer Serie „Caféhaus-Motive“ zeigt sich beispielhaft, dass es ihm nicht um fotografisch genaue Nachahmung, sondern um den Gesamteindruck, dem Empfinden der Atmosphäre geht. Er fühlt sich hierbei der Intention Paul Klees verbunden: „Nicht bloß sichtbares will ich malen, sondern was nicht sichtbar ist, will ich sichtbar machen.“

F. Berndkaster schuf 1999 eine 27-teilige Kunstserie in Kombination von figurativer und nonfigurativer Malweise zur Ausstattung eines der Gebäude im Düsseldorfer Medienhafen. Das Gebäudeensemble nach den Entwürfen des Architekten und Designers Frank Gehry wurde 1999 eröffnet. Von diesen Arbeiten inspiriert entstand im selben Jahr die Ausstellung „Die alte und die neue Welt“, die Säulen als Kultursymbole mit den Abbildern von Hochhäusern verband.
Große Beachtung findet 2007 Berndkasters Themen-Serie „Berühmte Köpfe“. Daraus sind in Freudenberg auch die Exponate Napoleon (Pastellkreise und Kohle auf Papier) oder Martin Buber (ebenfalls in Pastellkreide erstellt) zu sehen.
Sich selbst porträtierte F. Berndkaster 2005, verbunden mit der Erinnerung an eine Provence-Reise: die Ansicht von Arles bildet den Hintergrund.


Das Freudenberger Museum im Alten Flecken ist mittwochs, samstags und sonntags von 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt drei Euro. Sonderführungen durch die Berndkaster-Ausstellung sind nach Absprache möglich. Es gelten im Museum die Hygienemaßnahmen entsprechend der Corona-Verordnungen.

Kunstgespräch am 20. September 2020 um 15 Uhr

Fotograf Kruno Schmidt lädt zu Rundgang durch die Venedig-Ausstellung

Venedig zieht Touristen in ihren Bann wie kaum ein anderer Ort. Aber es gibt auch die andere Lagunenstadt. Jene, in der nicht gerade Besucher aus allen Herren Länder den schnellsten Weg von einem zum nächsten Besichtigungspunkt suchen.
Dieses andere Venedig mit seinem ganz eigenen Charme bilden Kruno Schmidt und Gunter Scholtz mit ihren faszinierenden Fotografien ab. Kanäle und Gassen sind am frühen Morgen zu sehen, einer Betrachtungsphase, in der der Nebel eines erwachenden Tages förmlich spürbar ist. Stadt-Szenen sind portraitiert, die gerade von der aufgehenden Sonne eine neue Farbigkeit erhalten.  Das Nebeneinander historischer Häuserfassaden mit Alltäglichem, oft mit witzigen Details, bestimmen die Bildkompositionen.

Das 4Fachwerk-Museum zeigt diese Venedig-Bilder, die zum langen Betrachten einladen. Gemächlich und gelassen wirken die Szenen, die einen tiefen Einblick in das einfache Leben geben. Aus winzigen Ausschnitten lassen sich Geschichten erzählen. Dies versteht Fotograf Kruno Schmidt in hervorragender Weise. Er erläutert Hintergründe, Farbspiele, Darstellungsformen oder seine Gedanken bei den Aufnahmen. Der Kunstgenuss wird so zu einem nachhaltigen Erlebnis.

Zu einem solchen Rundgang durch die Ausstellung, einem Kunstgespräch, laden das Museum und der Fotograf Kruno Schmidt für Sonntag, 20. September 2020, 15:00 Uhr, sehr herzlich ein. Auf die Corona-bedingten Hygienevorschriften wird natürlich geachtet.

Neben den farbigen Werken ziehen die stimmungsvollen Schwarz-Weiß-Aufnahmen in ihren Bann. Sie vermögen besonders ausdrucksstark Venedig, seine Menschen oder die berühmten Gondeln in einer konzentrierten künstlerischen Weise zu zeigen.
Die gemeinsame Ausstellung von Kruno Schmidt und Gunter Scholtz ist noch bis zum 4. Oktober in Freudenberg zu sehen. Der Eintritt beträgt 3 Euro. Das ehrenamtlich geführte Museum ist mittwochs, samstags und sonntags von 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr geöffnet. Sonderführungen sind nach Abstimmung möglich.

Prominenter Besuch im 4Fachwerk-Museum

Fotografen-Ehepaar Jürgen Strasser und Christine Steyer zu Gast in Freudenberg


Unter der Rubrik „Worpswede in Freudenberg“ zeigt das 4Fachwerk-Museum gerade Werke von Heini Linkshänder. Bekanntermaßen verbirgt sich hinter dem Künstlernamen tatsächlich Heinrich Strasser (1938-2012). Sein Sohn, Jürgen Strasser, heute einer der bedeutenden Kunst-Fotografen in Deutschland, besuchte jetzt die Ausstellung im Alten Flecken. „Wir empfinden ihre Anwesenheit als große Ehre,“ begrüßte ihn und seine Frau 4Fachwerk-Vorsitzender Dieter Siebel. Die Corona-Auswirkungen hatten leider eine größere Veranstaltung zur Ausstellung verhindert.

Jürgen Strasser ist geboren und aufgewachsen im Berchtesgadener Land. Er lebt und arbeitet als freischaffender Fotograf in Wiesbaden und Worpswede. Als Mitglied im Berufsverband Bildender Künstlerinnen und Künstler (BKK) wurde er 2015 in die Deutsche Gesellschaft für Photographie (DGPh) berufen. In Worpswede leitet er die RAW Phototrienale, die quasi die Brücke vom Künstlerdorf mit Vergangenheit hin zur Kunst der Gegenwart schlägt. Mit seinen Bildern überzeugte er auf internationalen Ausstellungen.

Im Gegensatz zu der kleiparzellierten Altstadt von Freudenberg gilt sein fotografisches Augenmerk den Megacities dieser Welt. Er lichtete Hochhausarchitektur und Stadtlandschaften in Honkong oder Dubai ab, ebenso menschlich-alltägliches „mit Augenzwingern“ in urbanen Lebensräumen. Eine weitere Spezialität: In seiner Werkreihe „DYSTOPIA“ mischt er den Glanz von Millionenstädten wie Bangkok oder Shanghai collagenhaft mit Bildern von Wildwuchs und Zerfall: „Wer Natur überbaut, ist von ihrer Rückkehr nicht geschützt.“ Der „Archäologe unserer eigenen Gegenwart“ weiß ebenso um die Faszination „stiller Welten“. Die Motive seiner tief beeindruckenden Landschaftsaufnahmen löst er aus ihrer zeitlichen Bestimmbarkeit heraus. Sie könnten vor zehn oder 100 Jahren entstanden sein.

Einen ganz anderen künstlerischen Weg verfolgt seine Frau Christine Steyer, die mit „Cyanotypie“ eines der ältesten fotografischen Verfahren neu in Szene setzt. Dieses Verfahren zur Bild-Herstellung, auch „Eisenblaudruck“ genannt, setzt Eisensalze bei der Entwicklung ein, wodurch der typische blaue Farbton entsteht. Jede ihrer Cyanotypien sind ein Original mit experimentellen oder konkreten Motiven.



Dieter Siebel brachte die Hoffnung zum Ausdruck, beide Künstler, die Fotografie so unterschiedlich mit einer ganz eigenen Leidenschaft präsentieren, auch für eine gemeinsame Ausstellung in Freudenberg gewinnen zu können. Die gegenwärtige Schau „Alles mit links“ mit Werken von Heini Linkshänder ist noch bis zum 16. August zu sehen.

DAS ANDERE VENEDIG – „L‘altra Venezia“

Fotografie-Ausstellung im 4Fachwerk-Mittendrin-Museum

Venedig und seine Lagunen stehen seit 1987 auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes. Die Stadt, bis 1797 Hauptstadt der Republik Venedig, galt zu diesem Zeitpunkt als eine der größten europäischen Metropolen. Seit Jahrhunderten inspiriert sie Künstler, wirkt als Schmiede für Kunst und Kultur.
Und sie zieht Touristen an. Venedig dürfte einer der meist besuchtesten Ziele in Europa sein. Vor Corona waren es rund 33 Millionen Besucher jährlich, zwei Drittel von ihnen sind Tagesgäste. Das historische Venedig zählt mehr Hotelbetten als Einwohner. „Was fehlt, ist der normale Alltag“, beklagen immer mehr Venezianer. Ihr Unmut richtet sich dagegen, dass das normale tägliche Leben durch die „touristische Monokultur“ nahezu ausgerottet sei, es in den Gassen hinter dem Marktplatz „glitzere wie in Las Vegas“.

 

 

Kruno Schmidt

Die beiden Siegerländer Fotografen Kruno Schmidt und Gunter Scholtz zeigen nun in Freudenberg fotografische Arbeiten über diesen Sehnsuchtsort, die genau abseits der großen Touristenströme entstanden sind. Ihr Anliegen: Das „andere Venedig“ visuell-künstlerisch in den Mittelpunkt zu rücken. Kruno Schmidt „bearbeitet“ Venedig seit mehr als zwei Jahrzehnten fast ausschließlich in analoger fotografischer Technik. Entstanden sind pastell anmutende Fotografiken, die die Farbigkeit dieses Ortes feingezeichnet wiedergeben. In fast schon abstrakt wirkenden schwarz/weiß-Fotografien lenkt er den Blick auf Alltägliches in der Lagunen-Stadt.

 

 

Gunter Scholtz

Gunter Scholtz zeigt mit „Venedig im Schnee“ eine einzigartige Dokumentation ebenfalls in ausdrucksstarker schwarz/weiß-Technik. Er hielt das dort eher seltene Natur-Schauspiel im März 2018 mit seiner Kamera fest. Die Venezianer werden über weitverzweigte Wasserwege ihrer Stadt versorgt, auch dies ein bisher eher selten porträtiertes Thema, dem sich Scholtz widmet.

Die Ausstellung „über das andere Venedig“ fällt durch Zufall in eine Zeit, in der Maßnahmen der Pandemie-Eindämmung das touristische Leben ein stückweit aus der Lagunenstadt vertrieben hat. Viele fragen sich, ob die Pandemie die Chance bietet, über Venedigs größten Herausforderungen wie Klimawandel und „Überfüllung durch Touristen“ nachzudenken. Die Sturmflut von 2019 oder die Tatsache, dass Venedig die italienische Hafenstadt mit der höchsten Luftverschmutzung ist, zeigen den Handlungsbedarf.

Die in Freudenberg zu sehenden Aufnahmen von Schmidt und Scholtz dokumentieren mit ihrer stillen und besinnlichen Bildsprache nachdrücklich die Einzigartigkeit, Vielfalt und Schönheit Venedigs. Sie unterstreichen fotografisch mit überraschender Aktualität die Hoffnung auf eine Rückkehr zum Venedig der Venezianer, nicht fremd zu sein in der eigenen Stadt. Kruno Schmidt und Gunter Scholtz sind langjährige Mitglieder des „Deutschen Verbandes für Fotografie“ sowie des Fotokreises Siegen, erfolgreich bei internationalen Fotowettbewerben. Die Ausstellung wird in Freudenberg vom 22. August bis zum 4. Oktober 2020 gezeigt. Aufgrund der aktuellen Pandemie-Situation muss auf eine Vernissage verzichtet werden.

Das ehrenamtlich geführte 4Fachwerk-Museum ist mittwochs, samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt drei Euro. Sonderführungen sind auf Anfrage möglich. Beim Museumsbesuch sind die aktuellen Corona-Regelungen zu beachten.