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International engagierter Künstler Thomas Baumgärtel in Freudenberg

Corona und Kunst – Banane als Zeichen von Bangen und Hoffen

Das Freudenberger 4Fachwerk-Museum zeigt sich wortwörtlich jetzt doppelt von Corona gezeichnet. Neben dem Bedauern, nach monatelanger Schließung noch nicht wieder für den Publikumsverkehr öffnen zu können, gibt es jetzt ein zeichnerisches „Corona-Denkmal“ im Denkmal Alter Flecken.
Der international bekannte und in Köln lebende „Bananen-Sprayer“ Thomas Baumgärtel zeichnete jetzt das ehrenamtlich geführte Museum mit einem seiner Kunstwerke aus. „Ich entscheide sehr bewusst, welcher Ort eine „Banane“ bekommt,“ so Baumgärtel. Er zeigte sich von dem ehrenamtlichen Engagement der 4Fachwerker beeindruckt, einem Verein, dem Corona natürlich zu schaffen macht. Sein plakatives Symbol der „Impfbanane“ versteht er zudem als Wertschätzung für alle, die sich für das Impfen als einem Weg zurück zu wieder mehr Normalität einsetzen.

„In vielen Städten sind heute noch Pestsäulen zu sehen, mit denen dort an Pandemien erinnert wird, um Hoffnung und Dank für deren Überwindung zum Ausdruck zu bringen,“ erläutert 4Fachwerk-Vorsitzender Dieter Siebel. Mit einem ganz zeitgemäßen Street-Art-Projekt machen nun die 4Fachwerker auf die bittere Zeit der COVID-19 Erkrankungen mit all ihren schwerwiegenden Auswirkungen auf das soziale und wirtschaftliche Leben und insbesondere für Kunst und Kultur aufmerksam.

Thomas Baumgärtel, 1960 in Rheinberg geboren, studierte Psychologie an der Universität Köln und parallel freie Kunst. Eine Ausbildung auch zum Kunsttherapeuten schloss sich an. Im Verlauf der letzten 35 Jahre verteilte er weltweit über 4000 Bananen.
„Baumgärtels Arbeiten sind global verständlich, ironisieren, sind manchmal ein mit großem Charme erhobener Zeigefinger, oft mit Schnittstellen zu Kunst und Medizin. Sie sind gesellschaftlich an aktuellen Fragen der Zeit orientiert,“ ist Dr. Ingrid Leopold, 4Fachwerk-Vize-Vorsitzende, von dem Wirken des Künstlers angetan. Sie freut sich mit dem Vorstandskreis, dass nun eine der berühmten „Corona-Bananen“ das Museum ziert.
„Die Banane am 4Fachwerk-Museum wird bei uns kreativ an diese Zeit der Pandemie mit Hoffen und Bangen erinnern,“ so Dieter Siebel, der den Künstler zu einer umfassenden Ausstellung in das 4Fachwerk-Museum eingeladen hat.

Schaufenster gibt Einblick in 4Fachwerk-Arbeit

Attraktive Informationen löst Schaufenster-Leerstand ab

Das 4Fachwerk-Museum liegt zwar mitten in der Altstadt von Freudenberg, allerdings etwas versteckt in der Mittelstraßen-Häuserzeile. Um mehr Aufmerksamkeit für Museum und Verein zu erzielen, präsentieren sich beide jetzt zusätzlich in einem Schaufenster im Haus Oranienstraße Nr. 23.
Hier hatte einst „Spielwaren-Roth“ sein Domizil. Gerade zu dieser Jahreszeit drückten sich früher die jüngsten Flecker ihre Nasen platt, um elektrische Eisenbahn, Puppen, Teddybären oder Bauklötze zu bestaunen. „Wir setzen quasi auf diese Tradition und gegen die Tristesse leerer Schaufenster,“ so 4Fachwerk-Vorsitzender Dieter Siebel.

Dem Projekt „Schaufenster“ nahmen sich insbesondere Dr. Ingrid Leopold, Christian Berner und Klaus Siebel-Späth an. Dem Betrachter schaut zunächst einmal ein Portrait von Johann Moritz, Fürst von Nassau-Oranien (1604-1679), entgegen, der die Freudenberger beim Wiederaufbau des Alten Fleckens nach dem Stadtbrand von 1666 unterstütze. Damit wird auf den Ausstellungszweig „Stadtgeschichte“ des Museums verwiesen.
Hinter einem großen verschnörkelten Bilderrahmen verbirgt sich kein historisches Gemälde, sondern ein hochmoderner Flachbildschirm. Mit wechselnden Videos, also mit bewegten Bildern, wird auf die jeweiligen Wechselausstellungen des Kunstforums, die Bestandsausstellung Siegerländer Uhrenmanufakturen („Stahlschmidt-Uhren“) oder über die ehrenamtliche Museumsarbeit und die stadtgeschichtliche Forschung informiert.

„Uns war wichtig, die Aufenthaltsqualität im Alten Flecken tatsächlich zu erhöhen. Denn leere Fenster unterstützen kein positives Erleben der historischen Altstadt,“ so die Zielformulierung der 4Fachwerker. Und natürlich wollen sie ihre Arbeit und Aktionen noch mehr ins öffentliche Blickfeld rücken, für Besucher und Mitglieder werben. Entstanden war der Verein 2014, um das ehemalige Stadtmuseum als Anker für Kunst, Kultur und Geschichte im Alten Flecken zu erhalten.

Aktuell dankt der Museumsverein der Sparkasse Siegen, die die Erstinvestitionen für das Schaufenster-Projekt großzügig finanziell unterstützte und damit dazu beiträgt, dass ein bedauerlicher Leerstand visuell nicht mehr wahrgenommen wird und an prominenter Stelle eine hochwertige Informationsmöglichkeit entstehen konnte.

Entsprechend der Corona-Schutzbestimmungen ist das Museum derzeit geschlossen. Sollten die Türen kurzfristig wieder geöffnet werden dürfen, wird zunächst die F.-Berndkaster-Ausstellung bis in den Januar 2021 hinein verlängert. „Zwar steht unsere Programmplanung für das kommende Jahr, wir werden aber aktuell je nach Pandemie-Verlauf über den konkreten zeitlichen Ablauf entscheiden,“ so Dr. Ingrid Leopold. Bestimmt worden war bereits, dass die den Siegerländer Künstler-Persönlichkeiten Theo Meier Lippe und Ruth Fay gewidmete Ausstellung um genau ein Jahr auf Ende 2021 verschoben wird.

4Fachwerk-Museum aktuell Corona-bedingt geschlossen

Pandemie wirkt sich auf weitere Programm-Planung aus

„Gemäß den Bestimmungen der NRW-Corona-Schutzverordnung haben wir diesen November unser Museum geschlossen“, teilt 4Fachwerk-Vorsitzender Dieter Siebel mit. Betroffen davon ist zunächst die gegenwärtige Ausstellung des Kirchener Künstlers F. Berndkaster. „Diese Präsentation ist bisher auf eine so positive Resonanz gestoßen, dass wir uns entschlossen haben, sie jetzt bis in den Januar 2021 fortzusetzen,“ erläutert Dr. Ingrid Leopold, in deren Händen als Kuratorin die Vorbereitung lag.

Verständnis bestehe natürlich für alle Maßnahmen, die geeignet seien, zur Eindämmung der Pandemie beizutragen. Die Auswirkungen greifen nachhaltig in die Ausstellungsplanungen des 4Fachwerk-Museums ein. Geplant war für die Wintermonate ein weiterer Höhepunkt: Unter dem Titel „Erinnerung an zwei Siegerländer Künstler-Persönlichkeiten“ sollten Exponate von Theo Meier Lippe und Ruth Fay im Mittelpunkt stehen.
„Da sowohl die arbeitsintensive Vorbereitung unter den Corona-Einschränkungen nicht möglich ist, wir aber auch nicht sicher sein können, wie es mit den weiteren Öffnungszeiten aussieht, müssen wir für dieses Jahr leider unser Vorhaben absagen,“ so Dieter Siebel und Dr. Ingrid Leopold nach den Beratungen im Vorstand. Nachgeholt werden soll die Ausstellung jetzt ab November 2021. Es bestehe die Hoffnung dann auf „bessere Zeiten“, da mit einem hohen Besucherinteresse gerechnet werde.

Sollte also im Dezember das Museum mitten im Alten Flecken wieder öffnen dürfen, bietet sich die Berndkaster-Ausstellung „Farbenprächtige Kompositionen“ zum Besuch an. Nach der Programmplanung für 2021 dürfen sich dann die Kunstinteressierten auf Aquarelle und Collagen von Hannelore Volk freuen. „Wir werden aktuell mitteilen, ob sich angesichts des Verlaufs der COVID-19-Erkrankungen unsere Planungen auch tatsächlich umsetzen lassen,“ so die 4Fachwerker.

4Fachwerk stellt Bildkalender für 2021 vor

Historische und neue Ansichten von Straßen, Plätzen und Begebenheiten begleiten durch das neue Jahr

Eine Zeitreise mit Fotografien – das ermöglicht erneut ein 4Fachwerk-Bildkalender. Die Aktiven im Arbeitskreises Stadtgeschichte des Museumsvereins haben wieder Bilder aus dem alten Freudenberg zeitgenössischen Ansichten gegenübergestellt. Der Vergleich lässt erkennen, wie Orte im Laufe der Zeit ihr Gesicht verändern. Die Blätter des Kalenders zeigen großformatige historische Aufnahmen und sind mit erläuternden kleinen Texten versehen.  

„Mit dem Kauf eines Kalenders kommt ein Stück Geschichte ins Haus und können Erinnerungen geweckt werden. Wir freuen uns, dass der Kalender auch als Geschenk gerne verwendet wird,“ so die 4Fachwerker.  Mit dem Kauf wird zugleich die Arbeit des ehrenamtlich geführten Museum in der Flecker Altstadt unterstützt.

Der Bildkalender ist ab sofort für 15 Euro im Museum selbst (Mittelstraße 4-6), bei der Buchhandlung Flender (Färberstraße 16), Geschenkartikel „Filousophie“ (Bahnhofstraße 20), in der Holzwirtschaft (Marktstraße 15) und bei der Tourist-Information (KulTourBackes, Kölner Str. 1 am Marktplatz) erhältlich.

4Fachwerk bietet wieder Adventskalender an

Motiv: Tief verschneite Oranienstraße im Alten Flecken

Wer weiß, welche Möglichkeiten in Corona-Zeiten bestehen, die üblichen Reisen zu Bekannten oder Verwandten vor Weihnachten zu unternehmen? Aber einen ganz besonderen und lieben Gruß an Freunde in Nah und Fern zur Adventszeit zu versenden, besteht auf jeden Fall. „Wir freuen uns, dass wir dazu wieder den 4Fachwerk-Schokoladenkalender anbieten können,“ so Vereinsvorsitzender Dieter Siebel. Der Kalender dürfte wieder gut dazu beitragen, die Wartezeit bis zum Weihnachtsfest zu verkürzen und für Vorfreude zu sorgen. Er zeigt im Hochformat eine Aufnahme der tief verschneiden Oranienstraße im Alten Flecken.

Also, der Kalender eignet sich als Geschenk, kann aber auch für jeden selbst ein kleines Stück Glück und tägliche Aufmerksamkeit für das herannahenden Weihnachtsfest bedeuten.

Der Kalender ist zum Preis von 7,50 Euro im 4Fachwerk-Mittendrin-Museum (Mittelstraße 4-6) erhältlich, aber auch bei Bücher-Flender in der Färberstraße. Das Museum ist mittwochs, samstags und sonntags von 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr geöffnet.


Der Kalender erfüllt darüber hinaus erneut einen guten Zweck. Ein kleiner Überschuss unterstützt die ehrenamtliche Arbeit des Museumsvereins.

F. Berndkaster-Ausstellung im 4Fachwerk-Museum eröffnet

„Jetzt haben Sie aber alles aus mir herausgequetscht“, schmunzelte F. Berndkaster. 4Fachwerk-Vize-Vorsitzende Dr. Ingrid Leopold hatte mit ihm ein Interview zur Eröffnung seiner aktuellen Freudenberger Ausstellung geführt. Auch Corona verändert die Kunst: Keine öffentliche Vernissage konnte zur Eröffnung stattfinden, nur wenige Gäste weit auseinander mit Mund-Nasen-Schutz sitzend verfolgten das kleine, aber sehr informative Gespräch. Die außergewöhnliche künstlerische Begabung von F. Berndkaster wurde schon in seiner Jugend deutlich. „Ein wesentlicher Augenblick war, als ich in einem Lexikon meiner Eltern prägnante Gesichter sah, die ich nachzeichnete,“ erläuterte der in Kirchen lebende Künstler. So entstand von ihm im zehnten Lebensjahr ein erstes Portrait von Johannes Gutenberg. Mit seinen kleinen treffenden Karikaturen beeindruckte er seine Mitschüler und ärgerte oft zugleich seine Lehrer. Die „Zeichnerei“ war also sein Metier, mit 19 Jahren wendet er sich der Ölmalerei zu. „Ein schwieriger Stoff, der sich nicht so leicht bindet wie Acryl.“

Nach seinem Abitur folgen Studien an den Universitäten Siegen und Bonn in den Fächern Germanistik, Geschichte und evangelischer Theologie, berufliche Tätigkeiten als Journalist und Pädagoge schließen sich an. Aber die Kunst begleitet fortwährend F. Berndkasters Leben. Kontinuierlich, autodidaktisch verfeinert er seine Darstellungskunst, erweitert sein Themenspektrum, bestückt Ausstellungen und erstellt prägnante künstlerische Auftragsarbeiten zur Ausstattung eines Gebäudes im Düsseldorfer Medienhafen (1999). Dadurch inspiriert entsteht seine Werkreihe „Alte und neue Welt“ mit Stempel- und Spachteltechnik.

Vielfach sind es theologische Themen, die F. Berndkaster mit großer Phantasie auf seinen Blättern umsetzt. Den Religionsphilosophen Martin Buber porträtiert er und illustriert ebenso dessen Auswahl chassidische Geschichten in dem Werk „Das kleine Buch vom großen Rabbi“.

4Fachwerk-Vorsitzender Dieter Siebel zeigte sich fasziniert, wie in den Werken F. Berndkasters der christlich-jüdische Dialog einen so wirkungsstarken bildhaften Ausdruck erhält. Davon können sich nun Besucher selbst einen Eindruck vermitteln. Die Ausstellung ist bis zum 22. November geöffnet.

In dem Einführungsdialog mit F. Berndkaster blieb eine Frage allerdings unbeantwortet. Sie hatte Dr. Ingrid Leopold auch nicht gestellt: „Wie kommt es eigentlich zu dem Künstlernamen F. Berndkaster?“ Also, die Neugierde der Kunstbetrachter wird erhalten bleiben.