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Edwin Kaiserling führt durch seine Ausstellung

Samstag, 5. März 2016, 15:00 Uhr: Edwin Kaiserling führt
durch seine Ausstellung „GESTOCHEN UNSCHARF“

Es war wieder einmal eine erfolgreiche Ausstellung im Freudenberger 4Fachwerk-Mittendrin-
Museum: Gezeigt wird noch bis Sonntag, 6. März die Fotokunst von Prof. Dr. Edwin Kaiserling.
Zum Abschluss wird es noch einmal eine besondere Führung geben: Der Künstler ist am Samstag Nachmittag, 5. März 2016, im Museum und steht den Gästen zum Gespräch bereit. Der 4Fachwerk-Museums-Verein lädt dazu sehr herzlich ein!

Fotos weit mehr als nur „Ab-Bilder“

Ausstellung mit photographischer Kunst von Edwin Kaiserling eröffnet

Das Freudenberger Mittendrin-Museum erwies sich wieder einmal als Besuchermagnet für viele Kunstfreunde aus dem Siegerland und darüber hinaus. Groß war die Gästeschar, um die Ausstellung mit Werken des Tübinger Wissenschaftlers und Künstlers Edwin Kaiserling zu eröffnen. Auf dessen Siegerländer Wurzeln wies allerdings Albrecht Thomas vom Siegener Kunstverein in seinem Portrait des Medizin-Professors und Photographen hin. Der Sohn des Chefarztes im Jung-Stilling-Krankenhaus verbrachte große Teile seiner Schulzeit am Löhrtor-Gymnasium, wo er 1961 sein Abitur ablegte.

p1000194Aus dieser Zeit sind viele Freundschaften erhalten geblieben. Zu diesen zählt auch Wolfgang Achenbach, dessen Scheunengruppe an der Krottorferstraße in Freudenberg auch ein fotografisches Objekt Kaiserlings geworden ist. Und seine Werke sind, wie der Titel der Ausstellung lautet „gestochen unscharf“. Seine Bilder erhalten durch diese spezifische Behandlung eine wirkungsstarke Verwandlung zu einem neuen, ausdrucksstarken Kunstwerk. Wenn man seine in solcher Art veränderten faszinierenden Säulen-Kompositionen sieht, versteht man sofort seine Äußerung „er sei Fan der HTS in Siegen geworden“.

Als sehr gelungene Metamorphosen erweisen sich auch seine Landschaftsinterpretationen und selbst der Siegener Bahnhof bekommt durch die gestaltende Bearbeitung einen neuen Reiz.
Nach der von Daniela und Thomas Hofer musikalisch untermalten Eröffnungsfeier stand Prof. Dr. Edwin Kaiserling noch lange zu Gesprächen bereit. Und 4Fachwerk-Vorsitzender Dieter Siebel freute sich: „Ich bin begeistert, wie unser Haus mitten im Alten Flecken immer wieder einen so tollen Rahmen zum Dialog bietet.“

Die experimentellen Fotografien sind in dem Museum bis zum 6. März, jeweils mittwochs, samstags und sonntags von 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr zu sehen. Sonderführungen sind auf Anfrage möglich.

Eröffnung „Aufbruch in die Moderne“

Freitag, 4. Dezember 2015, ab 19:00 Uhr

Dieter Siebel als Kurator ist es gemeinsam mit dem Kunsthaus Lübeck gelungen, eine ganz bemerkenswerte Ausstellung für das Freudenberger Mittendrin-Museum zusammen zu stellen. Die Präsentation, quasi ein Höhepunkt zum Jahreswechsel, trägt den Titel „Aufbruch in die Moderne“ und wird am Freitag, 4. Dezember 2015, 19:00 Uhr in den Räumen des Museums, Mittelstraße 4-6, 57258 Freudenberg, eröffnet.

img_4335Es war die Zeit des Umbruchs, in der herausragende Künstler wie Ernst Barlach, Otto Dix, Ernst Ludwig Kirchner, Matisse, Miro, Emil Nolde oder Pablo Picasso neue Wege in der Kunst beschritten. Dieter Siebel: „Diese avantgardistisch geprägten Stilrichtungen mit unterschiedlichen Strömungen entsprachen nicht dem Kunstverständnis der Nationalsozialisten. Künstler wurden diffamiert, zum Teil mit Berufsverbot belegt. Aber sie haben Kunstgeschichte geschrieben.“ Erst geächtet, später jedoch hoch geachtet: Er freue sich, ausgewählte Grafiken – es sind mehr als 50 – dieser „Klassiker der Moderne“ zeigen zu können. Die Werke können auch käuflich erworben werden.

„Das wird sicher für diese Region eine einmalige Ausstellung sein“, freuen sich die 4Fachwerker. Die Eröffnung werden Daniela Hofer (Querflörte) und Thomas Hofer (Gitarre) musikalisch umrahmen.

„Träume aus Farbe“ für den Traum von Frieden und Unversehrtheit

Werke des Weißrussen Sergey Pisarenko werden in Freudenberg gezeigt

Dr. Ingrid Leopold, Vize-Vorsitzende des 4Fachwerk-Vereins, hatte selbst die Aufgabe übernommen, einführende Worte zur Eröffnung der Ausstellung mit Werken von Sergey Pisarenko zu sprechen. Sie bezeichnete den weißrussischen Künstler als einen Botschafter seines in vielfältiger Weise betroffenen Landes, als einen „Meister des feinen Pinselstrichs“. Eine suggestive Stimmung gehe von den in ihrer Farbigkeit reduzierten Bildern aus. Viele naturalistische Motive zeigten ein Spiel mit dem Licht. „Sie nehmen den Betrachter quasi gefangen von einer ganz spezifischen Stille und Ruhe, die uns in diesen Werken ganz intensiv anspricht“, zeigte sich Ingrid Leopold beeindruckt.

„Beeindruckend“, das war auch die Vokabel die die vielen Vernissage-Gäste nach ihrem Rundgang äußerten. Das Lob galt den ausgestellten Aquarellen und Ölbildern, aber auch der freundlichen und bescheidenen Art, mit der Sergey Pisarenko seine Werke erläuterte und zum Gespräch mit seinem Publikum zur Verfügung stand.

Das Talent von Sergey Pisarenko, 1967 in Weißrussland geboren, wurde früh entdeckt. Bereits seit seinem zehnten Lebensjahr erhielt er Malunterricht in einem Internat in Minsk. Sein späteres Studium an der Minsker Kunstakademie schloss er 1994 mit höchsten Auszeichnungen ab. An zahlreichen internationalen Ausstellungen konnte er sich beteiligen, viele seiner Werke befinden sich heute im Privatbesitz und selbst das Weiße Haus in Washington schmückt eines seiner Bilder. Hohe Auszeichnungen wurden Pisarenko zuerkannt. „Wir sind sehr stolz, diesen bemerkenswerten und talentierten Künstler bei uns zu Gast zu haben und seine Werke auszustellen“, freute sich denn auch 4Fachwerk-Vorsitzender Dieter Siebel in seiner Begrüßung.

Die ebenfalls berührende Einführung von Ingrid Leopold betraf auch ein Stück ihrer eigenen Lebensgeschichte. Sie erzählte den Vernissage-Gästen von ihrer erstmaligen Begegnung mit Sergey Pisarenko. Als Mitglied im IPPNW Deutschland, der Vereinigung internationaler Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, war sie nach der Tschernobyl-Katastrophe an der aktiven Hilfe aus dem Siegerland beteiligt, mit der über Jahre auch Kindererholungen angeboten wurden. Bei einer Reise nach Minsk traf sie dort auf Sergey in einem Arbeiterheim: „Sein Lebensunterhalt war ganz schwierig“. Deshalb sei es sehr wichtig gewesen, das die später mit in den Westen gebrachte Aquarelle Bewunderer und Käufer gefunden hätten. Ingrid Leopold nannte Weißrussland ein „Land der Katastrophen“. 1941 habe die Nazi- Besatzungsherrschaft große materielle Zerstörungen angerichtet und zum Tod von mehr als einem Viertel der Bevölkerung geführt. Großes Leid habe das Land 1986 durch den radioaktiven Niederschlag nach der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl erfahren.

„Der Traum von Frieden und Unversehrtheit, das unveräußerliche Recht auf Leben, findet in seinen Motiven einen erkennbaren und wunderbaren Ausdruck“, lobten 4Fachwerk-Gäste die visuelle Wirkung Pisarenkos Werke. Das Museum ist mittwochs, samstags und sonntags jeweils von 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr geöffnet, Sonderführungen sind nach Absprache möglich.

„Abstracts“: Mehrfache Sommer-Premiere

Das Freudenberger 4FACHWERK-Museum hatte zu einer sommerlichen Ausstellungseröffnung geladen und bot dabei letztlich eine Premiere im doppelten Sinn. Zum einen, darauf wies einführend die Kunsthistorikerin Stefanie Scheidt-Koppitz hin, stellt der Kreuztaler Grafiker Marc Babenschneider erstmals eigene künstlerische Arbeiten im Rahmen des Kunstsommers aus. Zum anderen seien Werke zu sehen – eine Serie großformatiger schwarz-weiß Monotypien – die neu im Schaffen des Künstlers sind.

Großformatige Materialcollagen stellen jedoch die zahlenmäßig größte Bildgruppe dar, wozu Babenschneider „sinnliche, haptische Materialien, darunter Versatzstücke aus der Alltagswelt verwende“. Die Laudatorin: „Er räumt dem Emotionalen als auch dem Körperlichen gegenüber Verstand und Konzept den Vorrang ein“. Die gültige Bildfindung geschehe im Werkprozess. Und Marc Babenschneider bestätigt: „Ich habe meistens vorher kein festes Bildkonzept im Kopf, die Komposition kann sich während des Arbeitsprozesses auch verändern. Auch hinterher beim Übermalen“.

Zu sehen ist in Freudenberg so eine „großartige und beeindruckende Werkschau“ von Marc Babenschneider, wie 4FACHWERK-Vorsitzender Dieter Siebel in seinem Grußwort zum Ausdruck brachte. Er freue sich über das ausgesprochen „volle Haus“ von Eröffnungsgästen, die damit das große Interesse und die Wertschätzung für den Künstler zum Ausdruck brächten.
„Man sieht, dieser Kunstschaffende steckt voller Ideen“. Tim Müller gab auf seiner Gitarre der Veranstaltung eine ganz besondere musikalische Note.

Stefanie Scheit-Koppitz warf in ihren Betrachtungen auch einen kunsthistorischen Blick auf die „Collage als künstlerisches Medium“: „Künstler setzten Stücke von Gebrauchsgütern in ihre Bilder ein, mit dem Ziel, die Alltagswirklichkeit, die reale Welt, in die hermetisch abgeschlossene Welt des Kunstbildes ein zu lassen“.

Die Ausstellung mit den Werken von Marc Babenschneider ist noch bis zum 26. Juli 2014 „im Flecken“ zu sehen. Das 4FACHWERK-Mittendrin-Museum öffnet mittwochs, samstags und sonntags von 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr. Termine für Sonderführungen sind möglich.

„Im Wandel“ zeigt farblich gestaltete Bewegung

Ausstellung von Irmlind Vormann

„Es sind Bilder, die den Betrachter weder inhaltlich noch emotional einengen“, lobt Rosemarie Colpe die Werke ihrer Freundin Irmlind Vormann, die jetzt im Freudenberger 4FACHWERK-Museum zu sehen sind. Drei Gruppen von Exponaten hat die Limburger Künstlerin mit in den „Alten Flecken“ gebracht: Einmal sind es „informelle Werke“, bei denen der freie Umgang mit Farbe dominiert. Dann sind es Bilder, die „jeweils einen Spalt offen lassen“, wodurch Linie und Flächen besonders zum Ausdruck kommen. Und letztlich werden Zeichnungen von Cello-Spielern gezeigt, mit denen sie Augenblicke höchster Konzentration und Momente der Vertiefung in die Musik festhält.

Gerade diese Werke verdeutlichen den umfassenden künstlerischen Anspruch, den Irmlind Vormann an sich stellt und der über die Auseinandersetzung mit Form und Farbe weit hinaus geht.. So nahm sie selbst im letzten Sommer an einem Cello-Meisterkurs teil. „Ihre Werke sind verdichtete Empfindungen und Gedanken. Sie erschließen sich erst in vorurteilsloser Betrachtung“, so die Laudatorin Rosemarie Colpe zur Vernissage der Ausstellung „Im Wandel“. Eine Wertung, die 4FACHWERK-Vorsitzender Dieter Siebel in seinen Eröffnungsworten aufgriff: „Künstler sind diejenigen, die Unsichtbares und Emotionen sichtbar machen können“. Er freue sich, wenn viele Gäste sich diese beeindruckende Werkauswahl von Irmlind Vormann anschauen. Die Künstlerin ,1953 in Münster geboren, studierte dort wie auch an der Kunstakademie Düsseldorf.

Die Ausstellung ist mittwochs, samstags und sonntags von 14:00 bis 17:00 Uhr noch bis zum 31. Mai 2015 zu sehen. Den musikalischen Rahmen der feierlichen Eröffnung gestaltete wieder einmal Dominique Hindenberg mit seiner Jazz-Gitarre.