Für die Freiheit: Heinrich Heine und Armin Mueller-Stahl

Im Mittelpunkt des Rahmenprogrammes der Armin-Mueller-Stahl-Präsentation MENSCHEN.BILDER des Freudenberger Stadtmuseums steht jetzt der Dichter Heinrich Heine. Ihm widmet Ulrich Tiede am Donnerstag, 8. Mai 2014, um 17:00 Uhr eine Lesung (Eintritt 4 Euro).

Ulrich Tiede sieht in Heine den letzten Dichter der alten lyrischen Schule der Deutschen und somit zugleich den Wegbereiter moderner deutscher Lyrik: „Er war ein Erfolgsschriftsteller. Allein seine Sammlung ‚Buch der Lieder’ erschien bereits zu seinen Lebzeiten in 13 Auflagen. Seine scharfzüngige Kritik an den deutschen wie französischen Gesellschaftsverhältnissen verpackte er gekonnt in Lyrik und Prosa“. Heine dürfe ebenso als erster Reisejournalist gelten.

Heinrich Heine – wegen seiner politischen, anti-nationalistischen Ansichten zunehmend angefeindet und gefürchtet – vor allem in Preußen –, siedelte 1831 nach Paris über. Hier begann seine zweite Lebens- und Schaffensphase.
Seine erste Arbeit aus Paris war interessanter Weise ein Bericht über die Gemäldeausstellung im Pariser Salon für eine deutsche Zeitschrift, in dem er u. a. das von Eugène Delacroix ausgestellte Gemälde „Die Freiheit führt das Volk“ von 1830 ausführlich besprach. Für Armin Mueller-Stahl, der 1980 die DDR nach einer beruflichen „Zwangspause“ verlassen durfte, ist „Freiheit“ ebenso eine ganz besondere Kategorie. In seinen Lithographien „Portraits berühmter Persönlichkeiten“ kommt dem Bildnis von Heinrich Heine eine besondere Bedeutung zu.

Der am 13. Dezember 1797 in Düsseldorf geboren Heinrich Heine habe, so Ulrich Tiede, letztlich die Alltagssprache lyrikfähig gemacht und sei quasi Mitbegründer des modernen politischen Journalismus. Heine ist nach seiner Emigration nach Frankreich nur noch zweimal in Deutschland gewesen, blieb aber an den Verhältnissen dort sehr interessiert. Er starb nach achtjähriger „Matratzengruft“ am 17. Februar 1856 und wurde er auf dem Friedhof Montmartre beerdigt.

Ulrich Tiede, langjähriger Pädagoge an der Freudenberger Realschule, ist Vorstandsmitglied des neuen Vereins 4FACHWERK und war lange Jahre mitverantwortlich für Inszenierungen der Südwestfälischen Freilichtbühne.

Kleines Konzert – große Resonanz

Gut, wenn’s nette Nachbarn gibt, die Stühle ausleihen: Der Zuspruch zu dem 4FACHWERK-Konzert am 1. Mai im Stadtmuseum übertraf den vorhandenen Vorrat an Sitzgelegenheiten. Und die zahlreichen Besucherinnen und Besucher wurden nicht enttäuscht. „Sie haben uns
faszinierende Musik und ein wunderbares Konzert geschenkt“, dankte am Schluss Dr. Ingrid
Leopold den Musikern. Arnim Klüser (Querflöte) und Dominik Jung (Gitarre) hatten auf ihre Gage verdichtet, um den jungen Verein zum Erhalt des Stadtmuseums zu unterstützen. Ihre Interpretationen von Werken der von Armin Mueller-Stahl portraitierten Komponisten wurden
mit lang anhaltendem Beifall bedacht. „Diese Kombination der bildlichen Darstellung mit der
passend dazu dargebotenen Musik ist ja quasi eine Welturaufführung“, freute sich 4FACHWERK-Vorsitzender Dieter Siebel zu Beginn.

Die Vielfalt der Melodien von Bach, Schubert, Mendelssohn-Bartholdy, Brahms, Ravel oder
Schlosberg boten im Rahmen dieser Ausstellung ein ganz besonderes Konzertvergnügen. „Die
große Resonanz ist wirklich ermutigend“, zogen die beiden Vorsitzenden ihr positives Fazit.