Ab 13. Oktober 2018 neue Sonderausstellung
Nein, bei dem Künstler, dessen Werke jetzt im Freudenberger 4Fachwerk-Museum zu sehen sind, handelt es sich nicht um den früheren EU-Parlamentspräsidenten aus Würselen. Der Name ist identisch, aber es geht um den 1894 in Wittstock/Brandenburg geborenen Maler Martin Schulz. Der Verein 4Fachwerk Mittendrin Museum in Freudenberg setzt mit der aktuellen Ausstellung seine Tradition fort, Kunstwerke verstorbener Maler, die im Siegerland wirkten, aus Depots und Archiven ans Tageslicht zu holen, um sie wieder neu zugänglich zu machen.

Martin Schulz arbeite in Siegen, zuletzt, bis 1964, als Kunstpädagoge am Fürst-Johann-Moritz-Gymnasium.
Vor 50 Jahren, am 25. Mai 1968, starb Martin Schulz. „Zeit, ihn als bedeutenden Künstler der Region in Erinnerung zu rufen,“ so Dr. Ingrid Leopold, 4Fachwerk-Vizevorsitzende, die die Ausstellung kuratiert und auch bei der Vernissage zu Werk und Leben von Martin Schulz sprechen wird. Sie zeigt sich von seinem künstlerischen Können beeindruckt: „Er besaß die Fähigkeit, über 100 Grün-Nuancen der Blätter des Waldes in ein Bild zu zaubern.“
Was wie „mit leichter Hand“ gestaltet aussah, erweist sich indes als das Ergebnis langjähriger Profession wie einer intensiven akademischen Ausbildung: 1916 begann Martin Schulz an der Akademie der Bildenden Künste in München das Studium der Kunsterziehung. Der dortige Lehrer und Landschaftsmaler Hermann Groeber prägte ihn offensichtlich mit seinem naturalistischen Stil und der lichtvollen Gestaltung. Sein Studium setzte er in Weimar und Berlin fort und beendete es 1926 mit dem Abschluss als Pädagoge für das künstlerische Lehramt.
Im ostpreußischen Mohrungen übernahm er eine erste Stelle als Lehrer, unterrichtete, war aber zusätzlich als freier Künstler tätig. Ingrid Leopold: „Sein Schwerpunkt war die Aquarelltechnik, er schuf aber auch Ölbilder und Holzschnitte, die in ihrer Perfektion sein großes Können zeigten.“
Als sich das Leben in Ostpreußen sich immer schwieriger gestaltete, zog Schulz mit seiner jungen Frau und seinem Sohn westwärts und fand im Siegerland eine Anstellung als Kunstlehrer an der damaligen Oberrealschule für Jungen. Schon als Kind hatte Martin Schulz leidenschaftlich gerne gezeichnet. Er vermochte es, mit seinem Talent und Können sowie der intensiven Aus- und Weiterbildung erfolgreich einen Beruf zu entwickeln. Martin Schulz lernte die Siegerländer Landschaft lieben. Er erwanderte sie, den Aquarellkoffer in der Hand, um jederzeit die wechselnden Motive, An- und Aussichten darstellerisch festhalten zu können.
Viele seiner Werke, zumeist Aquarellblätter, sind nun in Freudenberg in einer Werkschau vereint. „Wir sind dem Museum Wilnsdorf sehr dankbar, dass es uns aus seinem Fundus so reichhaltig für die jetzige Ausstellung unterstützt hat,“ erklärt 4Fachwerk-Vorsitzender Dieter Siebel.
Die Ausstellung „Mit leichter Hand“ – Aquarelle von Martin Schulz – ist bis zum 25. November 2018 zu sehen. Das Museum ist mittwochs, samstags und sonntags von 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr geöffnet.
Der Eintritt beträgt 3 Euro. Sonderführungen sind auf Anfrage möglich.



Die Zeichen- und Malweise erfolgt dabei spontan, intuitiv und schnell, ohne vorherige Planung oder nachfolgende Verbesserungen. Die Momenthaftigkeit steht im Vordergrund. Die Werkzeuge Tuschepinsel und Farbrolle eignen sich für diesen Zeichen- und Malstil im Besonderen, da sie keine Details zulassen, skizzenhaft bleiben und einen Kontrollverlust bewirken, der beabsichtigt ist. Dabei entsteht zwangsläufig ein Zufallsprinzip, das mit einem Kontrollverlust einhergeht. Das
grobe Werkzeug und die spontane, schnelle Aufnahme der einzelnen Situationen verleihen dem Zufall und der Intuition Raum, der gewollt und beabsichtigt ist.
Charmantes Understatement: „Ich bin nur ein Knipser!“
Nach dem informativ-erfrischenden Wortwechsel stehen die aus dem Prozess einer „visuell-analytische Synthese“ entstandenen Kunstwerke im Mittelpunkt. Die Vernissage-Besucher nutzen intensiv die Gelegenheit, Thomas Kellner zu seiner eigenen Kunstrichtung innerhalb der Fotografie zu befragen. In der Tat, beim genauen Betrachten der zusammengesetzten Filmstreifen werden „Mauern zum Tanzen“ gebracht. Die insofern passend bezeichnete Ausstellung „Tango Metropolis“ ist in Freudenberg noch bis zum 1. Juli 2018 zu sehen.