YOU and ME

Stephanie Süßenbach

Vom Menschen und seinen Bewegungen, seiner Spontanität, aber auch von seiner Unvollkommenheit ist die Künstlerin Süßenbach nicht erst seit ihren Aufenthalten in Japan oder Afrika fasziniert. DU und ICH. Der Titel dieser Ausstellung bezieht sich auf drei Personen. Wieso drei? Eins und eins sind, nach Adam Riese, zwei. Inhaltlich trifft dies auch zu. DU und ICH bezieht sich im Wesentlichen auf die konturhaft zeichnerische und malerische Wiedergabe einer Person. Hinter DU und ICH verbirgt sich aber noch eine dritte Person. Nämlich DU als der Betrachter selbst. Ausgehend von ihren Arbeiten werden Parallelen zu von der Künstlerin selbst erlebten Situationen gezogen. Somit fungiert die portraitierte Person als Vermittler zwischen DIR und MIR.

 

Es sind zufällige und banale Alltagssituationen und -handlungen, die die Lehrerin für Englisch und Kunst auf Papier oder Leinwand festhält. Momentaufnahmen als eine Art Schnappschüsse, die das Leben für den Bruchteil einer Sekunde widerspiegeln. Dabei geht es nicht um Genauigkeit oder das Wiedererkennen der abgebildeten Menschen, sondern vielmehr um das Sichtbarmachen der beiläufig ausgeführten Handlung. Da diese Handlungen alltäglich sind, geradezu banal, kennt sie jeder von uns. Durch diesen Umstand findet sich der Betrachter selbst in diesen festgehaltenen Momenten wieder: er erkennt die Handlung und hält einen Moment inne, um sie sich vor Augen zu führen. Somit verschafft die Momenthaftigkeit ihrer Arbeiten dem Betrachter einen Augenblick der Vergegenwärtigung und Würdigung des Beiläufigen, Banalen und Alltäglichen.

Die Zeichen- und Malweise erfolgt dabei spontan, intuitiv und schnell, ohne vorherige Planung oder nachfolgende Verbesserungen. Die Momenthaftigkeit steht im Vordergrund. Die Werkzeuge Tuschepinsel und Farbrolle eignen sich für diesen Zeichen- und Malstil im Besonderen, da sie keine Details zulassen, skizzenhaft bleiben und einen Kontrollverlust bewirken, der beabsichtigt ist. Dabei entsteht zwangsläufig ein Zufallsprinzip, das mit einem Kontrollverlust einhergeht. Das 
grobe Werkzeug und die spontane, schnelle Aufnahme der einzelnen Situationen verleihen dem Zufall und der Intuition Raum, der gewollt und beabsichtigt ist.

Die Ausstellung  wird bis zum 19. August 2018 präsentiert. Zur Eröffnung am 6. Juli um 19 Uhr findet ein Gespräch zwischen den beiden Künstlerkollegen der ASK:  Stephanie Süßenbach und Ingo Schultze-Schnabl statt.