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Wasser-Wunderwelt

Ab Freitag, dem 20. Februar 2015, eröffnet sich im Freudenberger Mittendrin-Museum eine ganz
besondere künstlerische Sicht auf die Flüssigkeit Wasser.

„Wasser ist Leben und durch nichts zu ersetzen“ unterstreicht die Künstlerin Jutta Reline Zimmermann ihre Wertschätzung für dieses Element. Durch ihre künstlerische Auseinandersetzung mit dem Phänomen Wasser ermöglicht sie dem Betrachter eine in weiten Teilen völlig neue Zugangsweise zu diesem für den Menschen lebensnotwendigen Element.

Diesem nähert sie sich in mannigfachen Facetten: So finden sich fotografisch festgehaltene geheimnisvolle Ansichten und Wasserspiegelungen, die fast schon ins Abstrakte gehen, ebenso wie Naturansichten, außerdem malerisch umgesetzte Arbeiten in Öl, Acryl und Pastell, sowie Arbeiten aus Ton.
Das 4FACHWERK Mittendrin-Museum lädt zur Vernissage der neuen Ausstellung WASSER–WUNDERWELT für Freitag, den 20. Februar 2015, 19 Uhr (Mittelstraße 4- 6) ein.

Jutta Reline Zimmermann lebt in Siegen, absolvierte ein Kunststudium an der Universität Siegen, arbeitete über drei Jahrzehnte als Kunstpädagogin und ist seit 2010 als freischaffende Künstlerin tätig. Ihre Werke werden in der Freudenberger Altstadt vom 21. Februar bis zum 25. März 2015 zu sehen sein, jeweils mittwochs, samstags und sonntags von 14.00 bis 17.00 Uhr. Der Eintritt beträgt 3 €.

Darüber hinaus bieten die 4Fachwerker gemeinsam mit der Künstlerin wieder ein interessantes Rahmenprogramm: Kinder im Alter zwischen 9 und 12 Jahren können zusammen mit Jutta Reline Zimmermann in einem Workshop Unterwasserwelten malerisch entdecken. Dieser wird für Samstag, den 7.3. von 10 bis 15 Uhr in der Kreativwerkstatt im Mittendrin-Museum
angeboten (Kosten: 14 € inkl. Material).

Am Donnerstag, 26. Februar 2015, 19:00 Uhr wird der Film „WATERMARK“ – Wie wir das Wasser verändern, und wie das Wasser uns verändert – gezeigt. Der zweite Film trägt den Titel „Water“ – Die geheime Macht des Wassers – und wird am Donnerstag, 19. März 2015 ebenfalls um 19:00 Uhr im Museum vorgeführt (Eintritt jeweils 3,00 Euro).

Auch ein Stück Stadtgeschichte: Bahnunfall vor 70 Jahren

Es geschah am Samstag, 27. Januar 1945: Gegen 18:45 Uhr prallten im Gambachtal oberhalb des heutigen Freibades ein aus Olpe kommender Personenzug mit einem Güterzug aufeinander, der von Freudenberg aus bergauf fuhr. Der Zusammenstoß vor 70 Jahren hatte dramatische Folgen: Neun Reisende verstarben damals, 20 weitere Personen wurden schwer verletzt.

Dieser Bahnunfall von 1945 zählt auch zu solch kleinen historischen Facetten, die für den Arbeitskreis Stadt- und Baugeschichte des 4FACHWERK-Mittendrin-Museums von Bedeutung sind. Wer Interesse an der Mitarbeit in dieser Runde hat, ist gerne zum nächsten Treffen am 3. Februar 2015, 19:00 Uhr, im Museum eingeladen. Auch an weiteren Auskünften, Berichten von Erzählungen zu diesem Vorfall oder Informationsmaterial sind die 4FACHWERKer sehr interessiert.

Aktuell weist Freudenbergs Stadtarchivar Detlef Köppen mit einem kleinen Plakat auf den Bahnunfall von 1949 hin, der ebenfalls den ‚Bahnforscher’ Klaus Dörner immer wieder beschäftigt und von dem auch Freudenbergs Bodendenkmalpfleger Karl-Wilhelm Stahl zu berichten weiß.

Die Bahnlinie Olpe-Freudenberg-Kirchen war zu dieser Zeit stark frequentiert. Bei dem Luftangriff auf Siegen am 16. Dezember 1944 waren Teile der Bahnanlagen zerstört worden, die Ruhr-Sieg-Strecke insgesamt durch Bomben beschädigt. Die eingleisige, mit Dampflokomotiven betriebene Nebenstrecke nahm deshalb einen Teil des Zugverkehrs auf. Der Zug aus Kirchen sei langsam in den Bahnhof eingefahren, habe dann aber das angezeigte Haltesignal übersehen oder falsch verstanden und seine Fahrt fortgesetzt.

Die Rettungsarbeiten dürften außerordentlich beschwerlich gewesen sein: „Den in der Dunkelheit im tiefen Schnee zu Fuß herbeigeeilten Bahnangestellten bot sich ein grausiger Anblick von zertrümmerten und verkeilten Lokomotiven sowie einem Waggon mit toten Fahrgästen und zerquetschten Verwundeten“, schrieb Gertrud Riegger-Schrenk 1994 in einem Beitrag für „Freudenberg im Zeitgeschehen“. Viele Helfer aus Freudenberg hätten sich auf den Weg gemacht, darunter zahlreiche junge Frauen, die während des Krieges die männlichen Mitglieder der Feuerwehr vertraten. „Der zerstörte, auf der Seite liegende Waggon lag noch einige Jahre oben auf dem an dieser Stelle sehr breiten Bahndamm“, entsinnt sich Karl-Wilhelm Stahl.

Großer Bahnhof für filigrane Spitzen

Ausstellung der Klöppelfrauen

Die Klöppelkunst muss eine große Fangemeinde haben. Diesen Eindruck vermittelte jedenfalls die Vernissage am Samstag Nachmittag. So konnte 4FACHWERK-Vorsitzender Dieter Siebel eine große Gästeschar begrüßen, die zum Beginn der neuen Ausstellung ins Freudenberger Mittendrin-Museum gekommen war.

Ingrid Helgard Leonhardt aus Siegen-Eisern übernahm dann die Aufgabe, die historischen Hintergründe und die verschiedenen Stilrichtungen der Klöppelkunst zu erläutern. Sie dankte am Schluss ihrer sehr informativen Ausführungen Barbara Saupe, die die Kunst ins Siegerland getragen habe, und der Freudenbergerin Bettina Thiel, die diese Tradition mit ihren Klöppelfrauen fortsetze. Ziel der fortlaufenden Arbeit sei es auch, Anregungen aus dem gesamten Kunstbereich aufzunehmen und in Klöppeltechnik zu übersetzen.

Davon konnten sich die zahlreichen Kunstfreundinnen und Kunstfreunde überzeugen. Vielfältig sind die filigranen Kreationen, die als Fensterbild oder graphisches Kunstwerk wirken. Die ganze Breite der Beispiele zeitgenössischer Klöppelarbeiten wird in der Freudenberger Altstadt jetzt bis zum 18. Februar 2015 gezeigt.

Und die Künstlerinnen lassen sich über die Schultern schauen: Während der Öffnungszeiten (Mittwochs, Samstags und Sonntags von 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr) wird in dem Museum im „Alten Flecken“ live geklöppelt. „Dieses Werken selbst und das Betrachten der Kunstwerke bilden somit einen doppelten Grund für einen Besuch“, freut sich 4FACHWERKer Dieter Siebel.
„Freudenberg war schon immer ein gutes Pflaster fürs Klöppeln. Kurse und Ausstellungen haben hier Tradition“.

Die „alten Schätze“ sind wieder verpackt – weiter geht’s mit Klöppeln

Eine bemerkenswerte Ausstellung im 4FACHWERK-Mittendrin-Museum ist zu Ende gegangen. Viel Zuspruch hatte die Präsentation der Werke Siegerländer Künstlerinnen und Künstler erfahren, die aus dem Fundus des Kreisarchivs Siegen stammen. Gut und sicher verpackt haben sie ihre Rückreise in ihre Siegener „Schatzkammer“ angetreten.

Damit haben die 4FACHWERKer Platz geschaffen für die „Klöppelfrauen“. „Klöppeln“ ist eine traditionelle Handarbeitsrichtung, bei der zumeist Spitzen für die Ränder von Kleidungsstücken hergestellt wurden, um diesen eine „dekorative Kante“ zu geben. Beim Klöppeln werden die Fäden von mindestens zwei Paar Klöppeln durch Kreuzen und Drehen der Klöppel miteinander verflochten.

Aber die „alte Handwerkskunst“ führt auch zu ganz kreativen Kunst-Stücken: Die Klöppelfrauen, die sich seit vielen Jahren treffen, fertigen Muster nach eigenen Entwürfen. In Freudenberger Mittendrin-Museum präsentieren sie moderne Klöppelkunst, die sich bewusst vom bekannten Bild der traditionellen Spitze unterscheidet.

Und die Künstlerinnen lassen sich über die Schultern schauen: Während der Öffnungszeiten (Mittwochs, Samstags und Sonntags von 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr) wird in dem Museum im „Alten Flecken“ live geklöppelt. „Das Werken selbst und die Kunstwerke bilden somit einen doppelten Grund für einen Besuch“, freut sich 4FACHWERK-Vorsitzender Dieter Siebel. Dass
hier filigrane Kunstwerke aus Spitze präsentiert werden, hat in Freudenberg eine gewisse Tradition. Schon 1980 gab es solch eine bemerkenswerte Schau im Museum zu sehen. Die aktuelle Ausstellung zeitgenössischer Klöppelarbeiten wird vom 17. Januar bis zum 18. Februar 2015 gezeigt.

Ausstellung „ALTE SCHÄTZE“ eröffnet

4FACHWERK ruft eine große Siegerländer Künstlergeneration in Erinnerung

„Das sind ja wirklich sehr beeindruckende Werke“. Die Besucher staunten nicht schlecht über die Wirkung der zum Teil sehr großformatigen Werke, die einst von Siegerländer Künstlern entstanden, vom Kreis gesammelt wurden und jetzt im Freudenberger Mittendrin-Museum zu sehen sind. „Es sind Bilder, die uns für einen Moment aus der Zeit holen“, so die Kunsthistorikerin Kerstin Schwarz, die den Eröffnungsvortrag übernommen hatte. Sie gilt als profunde Kennerin der Materie, da sie 2002 beauftragt war, die Sammlung des Kreises zu sichten.

Die jetzt in Freudenberg gezeigte Auswahl erlaube Unterschiede und Ähnlichkeiten dieser Künstlergeneration zu betrachten: „Sie zeigen die künstlerische Vielfalt jener Zeit“. Verbunden habe die Akteure die gemeinsamen Zeitläufe, die Heimatregion und letztendlich die Arbeitsgemeinschaft Siegerländer Künstler (ASK), die als ‚Solidargemeinschaft’ eine ganz wichtige Institution für die Kunst jener Tage gewesen sei. Als markante Persönlichkeit habe damals der Maler Teo Meier-Lippe gewirkt, der den Vorsitz übernommen hatte. „Zu den ersten Ausstellungen mussten die Künstler noch Kohlen mitbringen, damit geheizt werden konnte“, schilderte Kerstin Schwarz die Nachkriegszeit. Bis 1972, als es mit dem Haus Seel in Siegen eine feste Adresse gab, wurden die Gemälde in Schaufenstern und Geschäften präsentiert.
Kerstin Schwarz ging dann auf die Lebenswege und die „Handschrift“ der Künstler ein, deren Werke ab jetzt bis zum 14. Januar 2015 im ehemaligen Stadtmuseum in der Mittelstraße zu sehen sind. Es sind Beiträge von Adolf Saenger, Theo Meier-Lippe, Hanne und Hans Achenbach, Hermann Manskopf, Walter Helsper, Hugo Neuhaus, Reinhold Köhler und Wolfgang Kreutter.

4FACHWERK-Vorsitzender Dieter Siebel hatte die zahlreichen Gäste begrüßt und dabei an Begegnungen mit diesen „großen gestaltenden Persönlichkeiten des Siegerlandes“ erinnert. So war Teo Meier-Lippe einst sein Lehrer, bei dem er sechs Semester studierte und mit dem zeitweise in Freudenberg wohnenden Maler Hugo Neuhaus verband ihn manche Zusammenarbeit. Siebel dankte dem Kreisarchiv für die Bereitschaft, einen Teil der Gemälde-Sammlung für die Ausstellung zur Verfügung zu stellen. Kreisarchivarin Elisabeth Strautz freute sich, die ihr ansonsten im Verborgenen anvertrauten Werke in einer so repräsentativen Darstellung zu sehen.

Musikalisch wurde der Eröffnungsabend durch den Siegener Jazzgitarristen Dominique Hindenberg gestaltet. Dieter Siebel lobte dessen großes soziales Engagement, da er mit seinen Konzerten Spendengelder für den Verein “gegen armut siegen – Förderung der Diakonischen Wohnungslosenhilfe e. V.” sammelt. Großen Beifall begleiteten seine einfühlsam wie virtuos vorgetragenen Stücke.

Ausstellung „ALTE SCHÄTZE“ in Freudenberg

Mit einer ganz besonderen Ausstellung geht das 4FACHWERK-Mittendrin-Museum in Freudenberg in das Jahres-Finale. Ab dem 29. November 2014 bis zum 14. Januar 2015 werden Gemälde und Grafiken unter dem Motto „ALTE SCHÄTZE“ im Alten Flecken präsentiert. „Wir erinnern damit an eine Reihe Siegerländer Künstler, die hier noch immer eine hohe Wertschätzung erfahren und die quasi aus der Schatzkammer des Kreises entliehen sind“, erläutert 4-FACHWERK-Vorsitzender Dieter Siebel den gewählten Titel. Dem Kreisarchiv sei der Verein außerordentlich dankbar, diese Werkauswahl zeigen zu dürfen. Es handelt sich dabei um Exponate von Theo Meier-Lippe, Adolf Saenger, Walter Helsper, Hans und Hanne Achenbach, Hermann Manskopf, Hugo Neuhaus, Reinhold Koehler und Wolfgang Kreutter.
Das Kreisarchiv erfüllt auch die Aufgabe, die Gemäldesammlung des Kreises zu betreuen. Hier werden die Werke aufbewahrt, die der Kreis als Förderung der bildenden Kunst von Siegerländer und Wittgensteiner Künstlerinnen und Künstlern aufkauft oder die ihm von Mäzenen überlassen werden.

Zur Eröffnung am 27. November 2014, 17:30 Uhr, wird die Kunsthistorikerin Kirsten Schwarz sprechen. In zahlreichen Veröffentlichungen, unter anderem in der Zeitschrift SIEGERLAND, hat sie sich intensiv mit dieser Künstlergeneration beschäftigt.

An einige der Künstler kann sich Dieter Siebel gut erinnern, da er ihnen noch persönlich begegnete; bei Theo Meier-Lippe erhielt er selbst sechs Semester Kunstunterricht. Manche waren als Dozenten an Siegerländer Schulen tätig, vielfach taucht in den Biographien die „Siegener Fachschule für Malen und Zeichnen“ als Betätigungsfeld auf.
„Interessant ist, dass beispielsweise schon die Achenbachs, Theo Meier-Lippe, Hermann Manskopf, Heinz-Reinhold Köhler und Hugo Neuhaus an der ersten Ausstellung der Arbeitsgemeinschaft Siegerländer Künstler (ASK) nach dem Kriege, der Weihnachtsausstellung 1947, beteiligt waren“, unterstreicht Dr. Ingrid Leopold die kulturhistorische Bedeutung der jetzt beginnenden Präsentation. Die stellvertretende 4FACHWERK-Vorsitzende zeigt sich erfreut, dass die Werke nach langer Zeit erstmals wieder in Freudenberg öffentlich zu betrachten sind.

Das großformatigste Werk in der Ausstellung schuf Adolf Saenger 1952. „Jakob ringt mit dem Engel“ lautet der Titel des Tempera-Gemäldes. Eine Zeitlang diente es der künstlerischen Ausgestaltung im Andachtsraum der „Kreisheilstätte Hengsbach“. Ein Foto des monumentalen Bildes ziert auch das aktuelle Ausstellungsplakat.

Einer der gezeigten Künstler, Hugo Neuhaus, lebte und arbeitet von 1946 bis 1956 in Freudenberg. „Wir sind sehr gespannt, ob wir durch die Ausstellung noch das ein oder andere Detail über ihn von Flecker Zeitzeugen hören“, so Dieter Siebel.

Das vom gemeinnützigen 4FACHWERK-Verein ehrenamtlich übernommene Stadtmuseum ist mittwochs, samstags und sonntags jeweils von 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr geöffnet. Sonderführungen sind nach Anmeldung möglich. Der Eintrittspreis beträgt 3 Euro.