Den 4Fachwerkern liegt viel an einem abwechslungsreichen Kunstprogramm. Nach der Malerei von Viktor Lau folgt nun eine Fotografie-Ausstellung: Der Siegerländer Fotograf Ralf Melchert zeigt eine Auswahl seiner Bilder.
FOTOgenität nennt er seine Präsentation, die in der Zeit vom 12. Juni 2026 bis zum 2. August 2026 im Kunstforum des 4Fachwerk-Museums gezeigt wird,
Die Fotoausrüstung gehört zum ständigen Begleiter von Ralf Melchert. So sind viele seiner Fotos spontane Bilder, die sich durch eine bemerkenswerte Authentizität auszeichnen.
Spontanität ist das eine, die Ruhe und Gelassenheit bei der Suche nach einer besonderen Perspektive das andere. Oft gehören Ausdauer und Geduld gleichermaßen dazu, nicht alltägliche und ungewöhnliche Ansichten für das besondere Foto zu finden.
So sind vielfältige Aufnahmen zu sehen, die die Themen Architektur. Landschaften, Tiere oder grafische Strukturen aufnehmen.
Am 22. Mai 2026 feiert ein Flecker Original seinen 90. Geburtstag: Karl-Wilhelm Stahl – er kämpft zwar seit einiger Zeit mit gesundheitlichen Einschränkungen und ist nicht mehr so gut zu Fuß, doch seine Leidenschaft für die Geschichte Freudenbergs ist ihm bis ins hohe Alter erhalten geblieben.
Als 1956 bei Grabungen im Gambachtal die Reste eines freistehenden Schmelzofens entdeckt wurden, war sein Interesse für frühgeschichtliche Funde geweckt. Folgerichtig verfasste „KW“, wie er oft genannt wird, viele Jahre später, 2006, für die große Freudenberg-Chronik von Bernd Steinseifer das Kapitel über die Vor- und Frühgeschichte sowie die Bodenfunde.
Das Thema hatte ihn nicht losgelassen, was auch die Stadt Freudenberg bewog, ihn 1981 angesichts seines fundierten Wissens zu ihrem ehrenamtlichen Bodendenkmalpfleger zu ernennen. Über Jahre sammelte er vor Ort überdies Funde, so auch Wandscherben, die Experten der Bodendenkmalpflege (Westfälisches Amt für Archäologie, Außenstelle Olpe) de m 7. Jahrhundert, also der Merowinger-Zeit, zuordnen.
Immer wieder widmete er sich mit Artikel in der Heimatzeitschrift „Freudenberg im Zeitgeschehen“ historischen Themen und zeitgeschichtlichen Beobachtungen.
Seit vielen Jahrzehnten fühlt sich Karl-Wilhelm Stahl dem Freudenberger Heimat- und Verschönerungsverein verbunden, 2014 zählt er zu den Gründungsmitgliedern des 4Fachwerk-Museums-Vereins.
Im früheren Stadtmuseum traf er oft mit dessen damaligen Leiter Martin Stücher oder Stadtarchivar Detlef Köppen zusammen, um sich über neue Forschungsergebnisse auszutauschen oder mit seinen persönlichen Erkenntnissen Hinweise zu geben. Bei vielen regionalgeschichtlichen Themen, die durchaus kontrovers bewertet werden, gehört er zu den eifrigen Mit-Diskutierenden. 2011 ehrte ihn die Arbeitsgemeinschaft Freudenberger Heimatvereine mit der Verleihung ihrer Ehrennadel.
Karl-Wilhelm Stahl verbrachte seine beruflichen Jahre als Schuhmacher im Alten Flecken. Die bekannte Schuhmacherei Stahl fand ihren Ursprung 1929 in der Poststraße 10, eine Schuhhandlung eröffnete die Familie 1935 im jetzigen Wohnhaus von K.W. Stahl in der Oranienstrasse 27.
Bei einem Blick auf das Leben des Jubilars darf sein Enthusiasmus für die Bienenzucht nicht vergessen werden. Führte ihn doch früher sein Weg täglich in das eigene Bienenhaus in der Gambach. Über Jahrzehnte stand Karl-Wilhelm Stahl zudem an der Spitze des Freudenberger Imkervereins, dessen Wurzeln sich nach einem Artikel in den „Dillenburger Intelligenz Nachrichten“ bis 1776 zurückverfolgen lassen. Dort berichtet „Bienenverwalter Tillmann Siebel“ am 18. Oktober über die „hiesige Bienen-Gesellschaft“.
Interessen an Geschichte, Natur und Heimat sowie die Freude am Reisen, früher besonders mit dem Motorrad, prägen Karl-Wilhelm Stahls ereignisreiches Leben. Ihm gelten herzliche Glück- und Segenswünsche.
Ein interessiertes Publikum erlebte die Vernissage von „Paradoxien und anderes“ mit Viktor Lau. Der Künstler, Dozent und Diplom-Kunsttherapeut, stand im Mittelpunkt eines spannenden Dialoges über seine Werkschau. Gerne erläutert er den Gästen seine Empfindungen, seine Hintergründe und die manchmal spannenden Geheimnisse in seinen Bildkompositionen. Große Hochachtung für seine künstlerischen Leistungen wird an diesem Abend deutlich.
Er empfindet es als nur scheinbar widersprüchlich, gegenständliche Motive zu malen, ohne sie realistisch darzustellen. „Manche Bilder basieren auf Träumen, die ich dann umgesetzt habe“, erklärt der Künstler und stellt die Frage: „Wo liegt die Grenze zwischen Traum und Realität?“ So entstehen unter seiner Hand Werke, die häufig surrealistischen Züge tragen – sowohl im Motiv als auch im Stil.
Die Ausstellung in Freudenberg zeigt Werke aus verschiedenen Zeitabschnitten und verdeutlicht die vielfältigen Leitideen seines Schaffens – von Porträts bis zu spirituellen Motiven. Einige Gemälde spiegeln besonders seine Zeit in Worpswede wider.
In seinen Ölgemälden setzt sich Viktor Lau gekonnt mit aktuellen Themen auseinander. „Mit Putins Angriffskrieg sind alle Illusionen auf ‚ewigen Frieden‘ geplatzt“, erklärt Victor Lau einige seiner politischen Werke. „Spezialoperation“ betitelt er ein Bild mit Putin, ein anderes, angelehnt an den James-Bond Film-Titel, „From Russia with Love“. Nur vermeintlich steht darin die Friedenstaube im Mittelpunkt, die Patronen am Boden zeigen die wahre Natur. Der 60-jährige Lau ist in Kasachstan geboren, lebte einige Jahre in Kirgistan und in Moldau, was seine Sensibilität für diese Thematik erklärt.
Er gehört zudem zu jenen Mitgliedern des Bundes Bildender Künstler (BBK), die sich speziell mit Motiven dem Thema „Menschenrechte“ widmen.
Symbolhaft zur Umweltsituation sind es beispielsweise Pinguine, die auf einer Eisscholle die untergehende Titanic miterleben.
4Fachwerk-Vorsitzender Klaus Siebel-Späth und Kuratorin Ulrike David loben das hohe künstlerische Können und die tiefgründigen Darstellungen von Viktor Lau.
Die eindrucksvollen und vielfach großformatigen Werke sind im 4Fachwerk-Museum vom 24. April 2026 bis zum 7. Juni 2026 zu sehen.
Das Museum ist mittwochs, samstags und sonntags von 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr geöffnet. Sonderführungen sind nach Absprache möglich.
Im 4Fachwerk-Museum eröffnet eine neue Ausstellung mit Arbeiten von Viktor Lau, einem Dozenten für bildende Kunst aus Gladenbach, Hessen.
Für die Präsentation in der Freudenberger Altstadt hat er den Titel „Paradoxien und anderes“ gewählt. Der Künstler beschäftigt sich mit dem Spannungsfeld zwischen gegenständlicher Darstellung und Surrealismus, indem er Motive wählt, die zwar figürlich erscheinen, jedoch nicht dem Realismus verpflichtet sind. Seine künstlerischen Arbeiten entstehen häufig auf Basis von Traumerlebnissen, die er bildnerisch verarbeitet, und werfen Fragen zur Abgrenzung von Traum und Realität auf.
Die Werke zeichnen sich durch einen symbolhaften Realismus aus und umfassen Malerei sowie Bildhauerei. Figuren, Landschaften und weitere Elemente werden von Lau in einer neuen, transformierten Form dargestellt.
Viktor Lau hat seine Kompositionen bereits im Rahmen zahlreicher Ausstellungen national und international vorgestellt. Seine berufliche Entwicklung begann mit einer Tischlerausbildung in Kassel und dem Besuch der Fachoberschule für Gestaltung; das anschließende Studium schloss er als Diplom-Kunsttherapeut ab.
Die Werke von Viktor Lau sind vom 24. April 2026 bis zum 7. Juni 2026 im 4Fachwerk-Museum zu sehen. Sonderführungen können nach Vereinbarung angeboten werden.
Juli Nickmann im 4Fachwerk mit Intuitiver Malerei zu sehen
Eine Allround-Künstlerin – so konnten die Gäste Juli Nickmann zur Ausstellungseröffnung im 4Fachwerk-Museum erleben. Als Malerin präsentiert sie eine Werkschau grafisch anspruchsvoller Bilder, als Gitarristin und Sängerin sorgte sie zugleich für musikalische Höhepunkte.
Mit „Halleluja“ stimmte sie die Besucher auf die „emotionale Reise“ ein, wie sie ihre Ausstellung betitelt. Sie lädt ein in eine Welt der intuitiven Malerei.
In ihren Malprozessen lasse sie sich ganz von ihrem Bauchgefühl und ihrer Inspiration leiten, erklärt sie. „Wenn es uns gelingt, ganz loszulassen, den inneren Kritiker zum Schweigen zu bringen, und in einen intuitiven Lauf der Entstehung zu gelangen, ohne Angst und ohne Vorbehalt – genau dann erschaffen wir in tiefer Meditation und in Verbundenheit mit uns selbst Wunderbares“.
Zu Beginn stellte Dieter Siebel, Grandseigneur des Freudenberger Kulturlebens, die 1988 in Freudenberg geborene und jetzt in Hohenhain lebende Künstlerin vor. Ihre Ausbildung führte sie zunächst in den Süden Deutschlands, sie arbeite in München und kam dann doch mit Mann und Kindern wieder ins Siegerland zurück. Ein Faible für die Kunst begleitet Juli Nickmann seit Kindesbeinen, Zeichnen gehörte zu ihren Leidenschaften. Konsequent belegte sie vor ihrem Abitur den Leistungskurs Kunst. Autodidaktisch entwickelte sie sich immer weiter. „Unsere Julia zeigt ein großes Talent, Menschengesichter aus innerer Intuition heraus entstehen zu lassen, die eine tiefe emotionale Stimmung auslösen,“ so Siebel. Sie und ihr Wirken sei ihm ans Herz gewachsen und er bewundere, wie sie in kurzer Zeit die Kunstszene bereichert habe.
4Fachwerk-Vorsitzender Klaus Siebel-Späth freute sich, dass mit Juli Nickmann eine Künstlerin aus den eigenen Reihen ihre Bilder im Alten Flecken vorstellt. Er dankte Ulrike David, die das Kunstforum verantwortet, für die Vielfalt im Ausstellungsprogramm. Nach sehr feinsinnigen Aquarellarbeiten erwarten die Gäste nun großformatige Werke, hauptsächlich in Acrylfarben erstellt, oft mit verschiedenen Mixed-Media Elementen ergänzt.
Mit „Emotionale Reisen“ zeigt Juli Nickmann überzeugend in unterschiedlichen Stilrichtungen ihre kreative Kraft. Thematisch faszinieren sie vor allem Menschen in deren individuellen Facetten, da sie so vielfältige Emotionen transportierten. „Mir ist es wichtig, immer Raum zum Nachdenken und genauem Hinschauen zu lassen. „Ich bin oft selbst überrascht, was dann jeweils auf der Leinwand landen will, weil ich es vorher selbst nie weiß.“ Ihre Darstellungen erlauben, sich tief in diese hinein zu versetzen, sich von der visuellen Wirkung beeinflussen zu lassen und eigene Gedanken zu entwickeln.
Die Ausstellung ist bis zum 19. April 2026 zu sehen. Das Museum ist mittwochs, samstags und sonntags von 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr geöffnet. Sonderführungen sind nach Absprache möglich.
Werke von Julia Nickmann ab 6. März 2026 im 4Fachwerk-Museum
Unter dem Titel „Emotionale Reisen“ lädt die Freudenberger Künstlerin Julia Nickmann ein, ihre neuesten Werke kennenzulernen.
Das Stichwort „Reisen“, also Neues zu entdecken, aufzubrechen und dabei Gefühle sprechen zu lassen, weist auf das Besondere der Werke hin. Julia Nickmann nimmt die Betrachter mit in ihre Welt der intuitiven Malerei. In ihren Malprozessen lässt sie sich ganz von ihrem Bauchgefühl und ihrer Intuition leiten. „Ich lasse los und gebe mich dem Fluss eines Bildes voll und ganz hin.“ Nur so könnten Emotionen und vor allem die Freude an der Erschaffung eines Bildes mit in die Werke einfließen und ihnen so ihre eigene Seele verleihen.
Sie arbeite zumeist ohne Vorlagen und konkreten Plan, bekundet die Künstlerin: „Ich bin oft selbst überrascht, was dann jeweils auf der Leinwand landen will, weil ich es vorher selbst nie weiß.“
Thematisch faszinieren sie vor allem Menschen in ihren individuellen Facetten und dadurch transportierte Emotionen. Dabei ist es ihr vor allem wichtig, in ihren Motiven immer Raum zum Nachdenken und genauem Hinschauen zu lassen, um so
Stimmungen und Emotionen eindrücklich transportieren zu können. Sie verwendet Acryl als Hauptmedium, ergänzt durch verschiedene Mixed-Media Elemente. „So entstehen immer wieder ganz neue Spannungen und Stilrichtungen.“
Julia Nickmann, geboren und aufgewachsen in Freudenberg, ist autodidaktische Künstlerin und hat sich der intuitiven Malerei verschrieben. Sie malte bereits in frühester Kindheit und belegte in ihrer schulischen Laufbahn den Leistungskurs Kunst.
Die Ausstellung ist vom 6. März bis zum 19. April 2026 zu sehen. Sonderführungen außerhalb der üblichen Öffnungszeiten sind nach Absprache möglich.
Mittendrin-Museum
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