Fotograf Kruno Schmidt lädt zu Rundgang durch die Venedig-Ausstellung
Venedig zieht Touristen in ihren Bann wie kaum ein anderer Ort. Aber es gibt auch die andere Lagunenstadt. Jene, in der nicht gerade Besucher aus allen Herren Länder den schnellsten Weg von einem zum nächsten Besichtigungspunkt suchen.
Dieses andere Venedig mit seinem ganz eigenen Charme bilden Kruno Schmidt und Gunter Scholtz mit ihren faszinierenden Fotografien ab. Kanäle und Gassen sind am frühen Morgen zu sehen, einer Betrachtungsphase, in der der Nebel eines erwachenden Tages förmlich spürbar ist. Stadt-Szenen sind portraitiert, die gerade von der aufgehenden Sonne eine neue Farbigkeit erhalten. Das Nebeneinander historischer Häuserfassaden mit Alltäglichem, oft mit witzigen Details, bestimmen die Bildkompositionen.
Das 4Fachwerk-Museum zeigt diese Venedig-Bilder, die zum langen Betrachten einladen. Gemächlich und gelassen wirken die Szenen, die einen tiefen Einblick in das einfache Leben geben. Aus winzigen Ausschnitten lassen sich Geschichten erzählen. Dies versteht Fotograf Kruno Schmidt in hervorragender Weise. Er erläutert Hintergründe, Farbspiele, Darstellungsformen oder seine Gedanken bei den Aufnahmen. Der Kunstgenuss wird so zu einem nachhaltigen Erlebnis.
Zu einem solchen Rundgang durch die Ausstellung, einem Kunstgespräch, laden das Museum und der Fotograf Kruno Schmidt für Sonntag, 20. September 2020, 15:00 Uhr, sehr herzlich ein. Auf die Corona-bedingten Hygienevorschriften wird natürlich geachtet.
Neben den farbigen Werken ziehen die stimmungsvollen Schwarz-Weiß-Aufnahmen in ihren Bann. Sie vermögen besonders ausdrucksstark Venedig, seine Menschen oder die berühmten Gondeln in einer konzentrierten künstlerischen Weise zu zeigen.
Die gemeinsame Ausstellung von Kruno Schmidt und Gunter Scholtz ist noch bis zum 4. Oktober in Freudenberg zu sehen. Der Eintritt beträgt 3 Euro. Das ehrenamtlich geführte Museum ist mittwochs, samstags und sonntags von 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr geöffnet. Sonderführungen sind nach Abstimmung möglich.
Unter der Rubrik „Worpswede in Freudenberg“ zeigt das 4Fachwerk-Museum gerade Werke von Heini Linkshänder. Bekanntermaßen verbirgt sich hinter dem Künstlernamen tatsächlich Heinrich Strasser (1938-2012). Sein Sohn, Jürgen Strasser, heute einer der bedeutenden Kunst-Fotografen in Deutschland, besuchte jetzt die Ausstellung im Alten Flecken. „Wir empfinden ihre Anwesenheit als große Ehre,“ begrüßte ihn und seine Frau 4Fachwerk-Vorsitzender Dieter Siebel. Die Corona-Auswirkungen hatten leider eine größere Veranstaltung zur Ausstellung verhindert.
Einen ganz anderen künstlerischen Weg verfolgt seine Frau Christine Steyer, die mit „Cyanotypie“ eines der ältesten fotografischen Verfahren neu in Szene setzt. Dieses Verfahren zur Bild-Herstellung, auch „Eisenblaudruck“ genannt, setzt Eisensalze bei der Entwicklung ein, wodurch der typische blaue Farbton entsteht. Jede ihrer Cyanotypien sind ein Original mit experimentellen oder konkreten Motiven.








