„Malerei kann ein Abenteuer sein“

Anne Freudenberger zeigt inspirierende Bilder im 4Fachwerk-Museum

Die Ausstellung sei geprägt von einer außergewöhnlichen Vielfalt, unterschiedlicher Formate und verschiedener stilistischer Konzepte. So formuliert Dr. Eva Schmidt, Kunstwissenschaftlerin und frühere Leiterin des Siegener Museums für Gegenwartskunst, ihre einleitenden Worte zur Eröffnung der Ausstellung „Guck mal KUNST“. Unter diesem Titel präsentiert Anne Freudenberger eine Auswahl ihres künstlerischen Schaffens im 4Fachwerk-Museum. „Kein Bild entwickelt sich nach einem festen Plan, sondern wächst mit seiner Entstehung.“ Die große Lust am Ausprobieren sei zu spüren. Es gebe Bilder, so Schmidt, die erzählten Geschichten. Und solche, die vor allem von ihrer Entstehung erzählten. Zur letzteren zählt sie die Werke von Anne Freudenberger.

Der Siegener Künstlerin folgte eine ganze Fangruppe zur Vernissage in das Museum im Alten Flecken – und sie dürfte an diesem Abend eine Reihe neuer Freunde für ihre Kunst gewonnen haben. Das „4Fachwerk“ zeigt sich „proppenvoll“. Der Vorsitzende des Museums-Vereins, Klaus Siebel-Späth, begrüßte die vielen Gäste und überließ gleich Eva Schmidt die erläuternden Worte.

Sie zieht einen großen Bogen von dem speziellen Betrachten der ausgestellten Werke bis hin zu Reflexionen über die Künstler wie Emil Schumacher, Antoni Tapies Jean Dubuffet, Raoul Dufy oder Anselm Kiefer, die jeweils in ihrer Art für eine sehr individuelle, kreative Interpretationsform stehen. „Anne Freudenberger zitiert diese Künstler nicht. Sie nutzt deren Errungenschaften vielmehr als Ausgangspunkt für eine unverwechselbare Bildsprache.“

Eva Schmidt lobt die „skulpturale Präsenz“ der Bilder durch eine „intensive Materialität der Oberflächen“, die Lebendigkeit ihrer Kompositionen. Vielfach liege die Schönheit nicht in der Perfektion, sondern in der unmittelbaren Energie des Materials. Sie schätzt den Reichtum malerischer Möglichkeiten, ein traditionelles Motiv in ein zeitgenössisches Bild umzusetzen.

Der Betrachter werde eingeladen, eigene Assoziationen zu entwickeln. „Lassen sie sich auf die Bilder ein, denn sie geben ihre Geheimnisse nicht auf den ersten Blick preis,“ so die Laudatorin.

Die Gelegenheit dazu nutzen die Gäste reichlich und genossen einen regen Austausch mit der Künstlerin oder untereinander. Ein wunderbarer Sommerabend verwandelte sich in ein Kunstfest innerhalb der Fachwerk-Kulisse. „Wir freuen uns sehr, wieder eine so bemerkenswerte Ausstellung bei uns zeigen zu können,“ äußert sich Ulrike David, die für das wechselnde Kunstprogramm im Museum Verantwortung trägt.

Die Ausstellung „Guck mal KUNST“ wird bis zum 20. September 2026 gezeigt.