Alle Beiträge von Christian Berner

Wortgewaltig die Schrecken des Krieges zum Ausdruck gebracht

Eindrucksvolle Lesung im 4FACHWERK-Museum

„Aufgestanden ist er, welcher lange schlief, Aufgestanden unten aus Gewölben tief“. Auch mit diesen Gedichtzeilen aus „Der Krieg“ von Georg Heym verdeutlichte Ulrich Tiede den in der Literatur stattgefundenen Zeitenwandel hin zum Expressionismus: „Erstaunlich, wie Heym in seinen Zeilen die Schrecknisse des Krieges voraussah“.

Tiede eröffnete mit seinen Erläuterungen eine Lesung im Rahmenprogramm der Ausstellung „GEDENKEN.GEDANKEN“, mit der das Freudenberger 4FACHWERK-Museum an den Weltkrieg-Ausbruch vor 100 Jahren erinnert. Er gab zudem einen kurzen Abriss der deutschen bzw. der europäischen Geschichte, auch mit Blick auf das deutsche Bildungsideal im 19. Jahrhundert. „In den Jahren vor dem 1. Weltkrieg war Deutschland im Umbruch, politisch fühlte es sich eingekreist von seinen Nachbarn, im Innern belasteten die schnell wachsende Städte mit der einhergehenden Landflucht“. Die zunehmende Industrialisierung, neue Berufe – all das habe bisherige Geistesgrößen und Lebensinhalte in Frage gestellt und auch zu neuen Sprachformen geführt, so Tiede. Gemeinsam mit Dr. Ingrid Leopold hatte er Lyrik und Prosa-Texte ausgesucht, die den Übergang von der Kriegsbegeisterung zum Entsetzen über die immer weiter um sich greifende Tötungsmaschinerie dokumentieren.

Viele junge Autoren hätten sich einer Zeit ausgeliefert gefühlt, die von Wertverlust gekennzeichnet war, vom Zerfall der menschlichen Beziehungen. Tiede: „Sie fassten nun selbst „Visionen des Untergangs in Worte. Oft war der Sprachstil überraschend und neu“. Knappheit und Härte hätten zum Beispiel die Prosa des westfälischen Dichters August Stramm geprägt. Er rezitierte dazu dessen sechs-zeiliges Gedicht „Patrouille“. Auch Verse von Georg Trakl beschrieben die apokalyptische Zeit: „…darüber die Sonne düster rollt; umfängt die Nacht sterbende Krieger, die wilde Klage ihrer zerbrochenen Münder“.

Dr. Ingrid Leopold und Ulrich Tiede wechselten sich in der eindrucksvoll vorgetragenen Lesung ab, bei der sie auch Hermann Hesse und den Meister der Satire und bitteren Ironie Kurt Tucholsky zu Wort kommen ließen.
„Wie eindeutig und weitsichtig die Texte schon sehr früh die ganze Katastrophe deutlich werden ließen und die Hintergründe aufzeigten, hat mich sehr bewegt“, äußerte einer der vielen Zuhörer. Das Museum war bis auf den letzten Platz gefüllt und man hätte eine Stecknadel fallen hören können, so gebannt war das Publikum von der Textauswahl und dem Vortrag der beiden 4FACHWERK-Aktiven. Den Abschluss der Lesung bildete eine Geschichte von Wolfgang Borchert, der zu einem späteren Zeitpunkt lebte. Nach der ernsten Lektüre wurden die Zuhörer und Zuhörerinnen mit dem Gedicht „FRIEDE“ von Josef Reding entlassen.

Die Ausstellung selbst ist im Stadtmuseum noch bis zum 22. Oktober 2014 zu sehen.

LESUNG: „AUS DER BEGEISTERUNG WURDE ENTSETZEN…“

Das Rahmenprogramm zur Ausstellung GEDENKEN.GEDANKEN. wird fortgesetzt mit einer Lesung von Dr. Ingrid Leopold und Ulrich Tiede. Für diese Veranstaltung haben sie Lyrik und Prosa zum 1. Weltkrieg ausgesucht. Dieser literarische Dialog über die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts beginnt am Mittwoch, 8. Oktober 2014, um 18:00 Uhr im Mittendrin-Museum, Mittelstraße 4-6. Der Eintritt beträgt 5,00 Euro.


JUNGE KÜNSTLER BRINGEN SCHLOSS-IDEEN ZU PAPIER

Zum Tag des offenen Denkmals fanden sich vor dem Museum des Weiteren zahlreiche junge Künstler ein. Ihre Ideen waren gefragt, wie sie sich das Schloss vorstellen, dass einst über dem Alten Flecken thronte. Diese Preisträger werden die 4FACHWERKer mit einer Ausstellung im Museum belohnen. Die Idee zu diesem Ideen-Sammeln hatte Bianca Tornado, die sich freute, dass so viele Kids künstlerisch ihre Vorstellungen über die einstige Architektur oberhalb des „Alten Fleckens“ zu Papier brachten. Und auch Bürgermeister Eckhard Günther ließ es sich nicht nehmen, auf die Arbeiten einen fachkundigen Blick zu werfen. Die Kunstwerke sollen im Mittendrin-Museum in der Zeit vom 25. Oktober 2014 bis 2. November 2014 zu sehen sein.


ALTBÜRGERMEISTER DR. HERBERT KRÄMER LOBT INITIATIVE FÜR STADTMUSEUM

Um sich die aktuelle Ausstellung zum Beginn des 1. Weltkrieges in Freudenberg anzuschauen, war jetzt der frühere Bürgermeister der „alten“ Stadt Freudenberg, Dr. Herbert Krämer, zu einem Besuch im Mittendrin-Museum – und hinterließ sein Lob auch im Gästebuch. Krämer war nach seiner Bürgermeisterzeit „im Flecken“ Siegener Kreisdirektor, von 1978 bis 1986 Oberstadtdirektor in Duisburg, bevor er in den Vorstand der RWE AG nach Essen wechselte und gleichzeitig die Aufgaben des Vorstandsvorsitzender der RWE Entsorgung AG übernahm.

Museums-Spürnasen belohnt

Am letzten August-Wochenende waren im Freudenberger Mittendrin-Museum neugierige Spürnasen auf eine spannende Entdeckungsreise gegangen. Zur Ausstellung „cut&paste“ hatte der Künstler Michael G. Müller viele Geheimnisse und Rätsel in den Bildern versteckt, die es zu
lösen galt. Jetzt durfte er den besten Meisterdetektiven die Preise überreichten. Eric Waffenschmidt, Michael G. Müller, Martin Appel, der als Hauptpreis ein Mikroskop erhielt, sowie Lebe Grüne und Merle Grüne freuten sich gemeinsam über den Erfolg des Detektiv-Spiels.

Zum Tag des offenen Denkmals fanden sich vor dem Museum des Weiteren zahlreiche junge Künstler ein. Ihre Ideen waren gefragt, wie sie sich den das Schloss vorstellen, dass einst über dem Alten Flecken thronte. Diese Preisträger werden die 4FACHWERKer mit einer Ausstellung im Museum belohnen.

Neue Ausstellung: GEDENKEN. GEDANKEN. Einladung zur Eröffnung

Mit einer Ausstellung zum Beginn des 1. Weltkrieges bringt das „Mittendrin-Museum“ seine
Facette „Stadtgeschichte“ zum Ausdruck.
Zur Eröffnung am Samstag, 6. September 2014, 18:00 Uhr, wird hiermit ganz herzlich
eingeladen!

Zum Hintergrund der Präsentation:
Im August 1914 begann der 1. Weltkrieg, die „Urkatastrophe“ des 20. Jahrhunderts. Der
patriotischen Begeisterung folgten bald Trauer und Entsetzen über eine bis dahin unvorstellbare
Todesmaschinerie. Bereits am 2. August 1914 brachen auch junge Männer aus Freudenberg zu ihrem Militärdienst auf. „Noch bevor die Blätter fallen, seid ihr wieder in der Heimat“, hatte der Kaiser den vielen Kriegsfreiwilligen versprochen. Es sollte anders kommen.

Die Ausstellung erinnert an das historische Datum des Kriegsbeginns und zeigt, wie die Orte in
Freudenberg später der Opfer des Krieges gedachten. Die Mahnmale, damals vielfach noch als
Ehrenmale der Heldenverehrung verstanden, sind Dokumente des jeweiligen Zeitgeistes. Weitere
Exponate, Fotos und Zeitungsausschnitte geben Alltags-Informationen. Stolz sowie Trauer und
Not liegen eng beieinander. Lebensbilder, Kriegsdokumente und Todesanzeigen bilden einen
spannungsreichen Bogen. Dieser und das Rahmenprogramm zeigen die Widersprüchlichkeiten
dieser Epoche.

„Gedenken“ und „Gedanken“ stehen in einer Wechselbeziehung für diese verwirrende Zeit und
ihre Folgen. Die „große Geschichte“ findet ihren Widerhall direkt in unseren Orten.
4FACHWERK ermöglicht einen Blick in diese Facette Freudenberger Geschichte.

Die Ausstellung im Stadtmuseum wird in der Zeit vom 6. September bis zum 22. Oktober 2014
gezeigt. Sie ist jeweils Samstags, Sonntags und Mittwochs von 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr geöffnet.
Ein Flyer informiert über das Rahmenprogramm mit Filmabenden und einer Lesung.